Chinle – Gallup

Mittwoch, 23. Mai 2012 – 29. Reisetag

Hubbell Trading Post

Nach einer langen und ruhigen Nacht haben wir durch die Routenänderung heute nur eine kurze Strecke nach Gallup zu fahren. Erster Stopp ist bei der „Hubbel Trading Post“, dem ältesten aktiven Handelsposten im Navajo Gebiet. Ein Mini-Ballenberg-Bauernhof mit einem Verkaufsladen. Bereits bei der Planung habe ich diesen Ort mit einem 🙁 versehen, was nicht unbedingt sehenswert bedeutet. Der Besuch dauert denn auch nur kurz. Interessant war eigentlich nur der Laden. Auch eine Führung hätte unser Interesse kaum erhöht.

Window Rock

Das Städtchen Window Rock ist das Hauptquartier der Navajo Nation. Vor dem beeindrucken-den Window Rock steht eine Skulptur, die den Navajo Code Talkers im zweiten Weltkrieg gedenkt. Den Japanern war es damals immer wieder gelungen, die amerikanischen Codes in der Nachrichtenübermittlung zu knacken, bis die Amerikaner einen neuen Code einführten, der auf einem nur 35 Navajo-Indianern bekannten Sprache basierten. Am Ende des zweiten Weltkrieges sollen es über 400 Personen gewesen sein, welche diesen Code beherrschten. Unmittelbar vor dem Window Rock, dem Loch im Felsen, hat es einen Parkplatz, so dass man nur einige Schritte gehen muss.

Kulinarischer „Höhepunkt“ ist das Mittagessen bei Pizza Hut, oder heissen die jetzt Taco? Haben diese fusioniert? Man staune, die italienische Pizza mit zusätzlichen Snackstäbchen und Sauce war erstaunlich gut und Kaffee kann man trinken, so viel man will: „refill“. So haben wir für den Nachmittag genügend Kaffee in der Thermosflasche, die uns seit Chicago wertvolle Dienste leistet.

Manuelito

Da wir schon früh in Gallup sind, wo es nicht mehr viel zu besichtigen gibt, fahren wir soweit noch möglich auf der Route 66 bis an die Grenze zu Arizona, wo man einen schönen Ausblick hat auf interessante Hoodoo ähnliche Felsformationen und auf den Rio Puerco hat, der allerdings wähnend Minuten durch einen Sandsturm getrübt war. Der indianische Trading Post an der Grenze behauptet, das grösste „Tipi“ zu haben. Die Staatsgrenze geht mitten durch das Geschäft, markiert mit einer roten Linie. Das wird wohl auch seine Gründe haben… Entgegen aller Erwartung finden wir zwei Dächlikappen, die uns gefallen. Silvias hat die Aufschrift „Got my Kicks on Route 66“, während meine sagt „Retired, cruisin‘ on Route 66“, was ja wohl passender nicht sein kann. Auf dem Highway fahren wir im Sandsturm zurück nach Gallup.

Gallup

Wir haben schon vor ein paar Tagen Gallup besuch und darüber berichtet. Am späten Nachmittag wollten wir noch einen Spaziergang machen. Der Wind war aber so stark und der Sand flog uns in die Augen, so dass wir schon nach einigen Minuten umkehrten. Nur Touristen gehen zu Fuss. Wir gehen aber noch in den Gemüseladen, wo wir für den nächsten Tag einkaufen und wo es eine Geldmaschine hat.

„El Rancho“ Hotel

Das 1936 erbaute Hotel war Zentrum der Filmindustrie in Gallup, das sich auf der Homepage mit „Home of the Movie Stars“ bezeichnet. Es war bekannt für seine komfortablen Einrichtungen und für anspruchsvolle Dienstleistungen. Verschiedene Zimmer sind nach den berühmten Filmschauspielern benannt, die hier zwischen den 1930er und 950er Jahren logierten, wo vornehmlich Western-Filme produziert wurden. Gespannt warteten wir darauf, in diesem Traditionshaus unser lange im Voraus gebuchte Zimmer zu beziehen. Schon die Lobby ist beeindruckend, in dunkel gehalten mit schweren, alten Möbeln. Zwei Treppenführen führen ins Obergeschoss, dazwischen ein grosses Cheminé und eine Vielzahl von Bildern von längst verflossenen Schauspielern. Wir wohnen in Zimmer 105 „Kirk Douglas.“ Es muss wohl eines der besten Appartements im Hause sein, denn es hat eine angebaute Küche mit Sitzgelegenheit, einen kleinen Wintergarten und einen direkten Zugang zum Pool, der leider noch nicht im Betrieb ist. Aber wir fühlen uns wohl!

Der Sheriff fährt vor, Er ist beleibt und kann sich nur langsam fortbewegen. Wir fragen uns, wie lange er wohl braucht, um seine Pistole zu ziehen. Die Frage stellt sich nicht, wahrscheinlich zu lange. Er wird wohl schon vorher erschossen. Er schafft es aber ins Restaurant, das wohl gut sein muss. Es ist so! Nicht die nüchterne Ambiente im Speisesaal aber sie recht scharfe spanische Küche. Den Tequila trinken wir nachher an der Bar. Dann versuchen wir noch einige Nachtaufnahmen im und um das Hotel. Der Aufenthalt im Hotel war toll.

Gallup hat uns aber trotz seiner vielen Neons hat nicht aus den Socken gehauen. Vielleicht weil wir wussten, dass die Stadt eine doppelt so hohe Rate von Gewaltverbrechen wie Albuquerque hat, über viermal höher als der Landesdurchschnitt.