Gallup NM – Holbrook AZ

Donnerstag, 24. Mai 2012 – 30. ReisetagFlag_of_Arizona.svg

Arizona

Einen kleinen  Teil dieses Bundesstaates haben wir bereits kennengelernt. Nun werden wir ihn auch noch auf der Route 66 durchfahren. Weitere 400 Meilen liegen vor uns. Die drittlängste Strecke in einem Staat. Die Auto-Kennzeichen dieses Bundeslandes tragen den Zusatz „Grand Canyon State“. Wir dürfen uns also auf weitere Höhepunkte freuen. Wir haben heute viel vor und sind deshalb für einmal recht früh weggefahren. An der Grenze gewinnen wir durch den Zeitunterschied zwischen den beiden Staaten eine Stunde.

Lupton

Und es geht vorerst weiter, beinahe wie wir uns das schon gewohnt sind. Autofriedhöfe, Indianische Märkte, die wohl zur frühen Morgenstunde noch nicht geöffnet haben. Umfunktionierte Garagen und Fahrt auf der Frontage Road. Dann stossen wir auf der alten Route 66 auf eine abgesperrte Brücke, die anscheinend teilweise schon abgebrochen wurde. An einem unbewachten Bahnübergang erleben wir erstmals, wie lange es dauert, bis ein überlanger Güterzug vorbeigedonnert ist.

Houk

Das „Fort Courage“ ist nicht zu übersehen. Es ist ein gewaltiger Geschenksladen mit unverschämten Preisen und schlechten Produkten. Es wird davor sogar gewarnt. Wir bleiben verschont. Es ist noch zu früh. Geschlossen!

Wir fahren weiter auf einer alten Post-1931 „dirt road“ via Co Rd 7250, die man bei Regen nicht befahren sollte. Wir entdecken sogar einen einsamen Wanderer und wundern uns, dass die 1930 gebaute und fas 80 m lange „Querino Canon Bridge“ noch befahrbar ist.

Sanders

Leider ist ein grosser Teil der Route 66 in diesem Gebiet aus verschiedenen Gründen nicht mehr befahrbar und auch eine Brücke aus dem Jahr 1923 ist abgesperrt und darf nicht mehr betreten werden. Im Dorf selber hat es ein altes „Valentine Dinner“, das früher in Holbrook gestanden hat.

Nach einem nicht signalisierten „Dead End“ geht es wieder zurück auf die „Frontage Road“, wo wir auf der Fahrt verschiedene Objekte entdecken, bei denen man nicht genau sagen kann, ob sie noch bewohnt sind oder einfach vor sich hin zerfallen.

Petrified Forest National Park

Die Uhr an der Mauer zum nördlichen Parkeingang zeigt 09:39 Uhr und signalisiert, dass der Park um sieben Uhr Abends geschlossen wird. Damit ist es wohl der einzige National Parkt in den USA, der während der Nacht geschlossen ist. Wir fahren in eine trockene Wüste auf rund 1800 m über dem Meer. Der Nationalpark erstreckt sich über eine Fläche von 885 km².

Am 11. Januar 2017 hat das amerikanische Departement des Innern 24 nationale Sehenswürdigkeiten, die eine breite Palette der reichen, komplexen Geschichte Amerikas darstellen, neu zu „National Historic Landmarks“ ernannt. So wurde das Hauptquartier des „Petrified Forest Nationalparks“ ausgezeichnet, das zum Gebiet des „Petrified Forest“ gehört. Die Ehrung erfolgt für die jahrzehntelangen Bemühungen im „Mission 66-Programm“, die Erlebnisse der Besucher zu verbessern und die Auswirkungen auf die begrenzten natürlichen Ressourcen einzuschränken. (2017-03-08)

Wurden unsere Eintrittsgelder veruntreut?

Ron Warnick hat diese Woche in „Route 66 News“ einen Bericht von „Arizona Republic“ zitiert, wonach eine Mitarbeiterin zwischen 2010 und 2016  Eintrittsgelder von mehr als $300‘000 gestohlen hat und verurteilt wurde. Wir haben den National Park am 24. Mai 2012 besucht. (2017-03-10)

„Painted Desert“

Die Strasse führt zuerst am Rand der „Bemalten Wüste“ entlang. An verschiedenen Aussichtspunkten hat man einen schönen Ausblick über das Hochland. Gemäss Wikipedia erscheinen die übereinander liegenden Gesteinsschichten wie mit einem Lineal gezogen.

  • Die Basis besteht aus zum Teil von Eisenoxyd rötlich gefärbtem Gestein,
  • die weisse Schicht darüber besteht aus Sandstein,
  • es folgt eine kräftig rot gefärbte Schicht von mit Eisen durchsetztem Sedimentgestein,
  • die Kuppe besteht aus dunklem Ton.

Die vielfältigen Farben veranlassten die spanischen Entdecker, das Gebiet als „El Desierto Pintado“ zu bezeichnen. Der spanische Namen wurde später ins Englische als offizielle Bezeichnung übertragen. Die Erosion hat eine farbenfrohe Landschaft gestaltet.

Besiedlung

Die Reste von Ruinen sprechen von einer Besiedlung vor 2000 Jahren. Genaue Kenntnisse gibt es darüber allerdings nicht. – Hat es auch hier Indianer, die uns hinter dem Felsen beobachten? Auch Hoodoo-Formationen begegnen wir.

Blue Mesa (Blauer Tafelberg)

An den „Teepees“, wie die nach Indianerzelten genannten Berge genannt werden, erkennt man die verschiedenen Sedimentsschichten. Ein steiler aber rutschfreier Weg führt von der Strasse in die Ebene hinunter, wo wir die ersten Versteinerungen sehen.

„Crystal Forest“

Entlang dem Rundweg liegen Stämme mit einer Dicke von zum Teil fast einem Meter. In den Hohlräumen haben sich Kristalle gebildet. Ein wunderschöner Abschluss unseres Besuches im „Petrified Forest“.

Holbrook (I)

Wir haben Glück und finden im Wigwam Motel noch ein freies Bungalow. Diese sind den Indianer-Teepees nachempfunden. Die Bauten sind allerdings aus Beton gefertigt. Eine neue Erfahrung steht uns bevor, eine Nacht in einem Indianerzelt! Das Motel diente dem Oskar-nominierten Aninmationsfilm „Cars“ als Vorlage. Das 1950 erbaute Motel ist im „National Register of Historic Places“ erfasst.

Beim Abendessen in einem nahe gelegenen Restaurant müssen wir uns beeilen, denn der Wirt will mit seiner Familie noch an einen Anlass. Auf dem Rückweg verfolgen wir auf einem Motel-Parkplatz, wie der Fahrer eines Trucks den Auflieger abstellt, um im Motel zu übernachten. Ein anderes Zugfahrzeug nähert sich dem abgestellten Auflieger und übernimmt diesen. Wir unterhalten uns mit dem Chauffeur, der sich hier ausgeruht hat. Sie lösen sich immer bei diesem Motel ab. Eine gute Idee, denn so sind die Güter natürlich viel schneller am Ziel. Die Ware auf dem Auflieger ist immer unterwegs.
Die zweispurige Bahnlinie verläuft parallel zur Route 66 unmittelbar hinter einem Wigwam. Der Zugverkehr ist sehr intensiv. Wir machen uns zum ersten Mal daran, die Wagons zu zählen, die von drei Lokomotiven gezogen werden. Wir sind enttäuscht. Es ist ein kurzer Zug. Er hat nur 66 Wagons…
Ein Künstler mit Ringen gibt vor einer mageren Zuschauerkulisse eine Präsentation mit Ringen. Ein Amateur, wohl eher etwas für die Kinder. Mit einem stolzen Rückblick auf die Höhepunkte des heutigen Tages ziehen uns in unser Teepee zurück.