Santa Fe – La Bajada – Tent Rocks – Albuquerque

Donnerstag, 17. Mai 2012 – 23. Reisetag

La Bajada

Nur 18 Meilen ausserhalb von Santa Fe führen die Pfade seit 1598 und die Route 66 von 1926- 1932 in Zickzack-Kurven über den Berg „La Bajada Mesa“ nach dem „Pueblo of Cochiti Land“. Der Name kommt aus dem Spanischen und bedeutet Abstieg oder Talfahrt. Die Strecke ist schmal und auch von grossen Steinen übersät, die vor der Durchfahrt teilweise weggeschafft werden müssen. Zudem braucht es eine Bewilligung, die durch das Indianerreservat führende Strasse zu befahren. Wir suchen im Indianerland nach Spuren und erkennen nach mehreren Meilen Fahrt auf einer ausgewaschenen Schotterpiste den Aufstieg (Bild 3 und 4). Wir müssen aufgeben. Unser Mietwagen verfügt nicht über genügend Bodenfreiheit. Die Gegend ist bewohnt. Eine Bewilligung haben wir nicht. Und in einem Gebiet, das wir überhaupt nicht kennen und mit den Sitten der Einheimischen nicht vertraut, wäre es wohl grobfahrlässig, das Auto stehen zu lassen und herumzuwandern.

Wir sind auf fremde Beiträge angewiesen, um die Geheimnisse um La Bajada zu lüften:

Kasha-Katuwe Tent Rocks

Nur wenige Meilen entfernt liegt ein kleines Naturschutzgebiet, das ein Wüstental mit bizarren Erosionsformen im vulkanischen Gestein schützt. In der Sprache der Pueblo-Indianer bedeutet Kasha Katuwe „weisse Klippen“. Ein etwa 2 km langer und unbefestigter Weg führt durch einen (bei Regen gesperrten) „Slot Canyon“, (eine durch fliessendes Wasser geschaffene Schlucht) auf das rund 200 m höher gelegene Plateau. Wir schaffen den Aufstieg inkl. Fotostopps in 1 1/2 Stunden. Von hier geniesst man einen traumhaften Ausblick auf die erodierten Felsformationen. Der Abstieg dauert beinahe gleich lang, da verschiedene steile und enge Passagen selbst mit Stöcken nur schwer zu bewältigen sind. Es ist verwunderlich, dass man hier nicht vorher unterschreiben muss, dass man im Voraus jede Haftung des Landeigentümers ablehnt. Die ganzen Strapazen haben sich gelohnt, obwohl wir beide nachher völlig geschafft waren. Es ist nach dem Palo Duro Canyon der zweite Ort auf unserer Reise, wo wir „Hoodoos“ begegnen.

→ Weitere Bilder zu Kasha-Katuve Tent Rocks National Monument

Dieses Gebiet wird vom US-Innenministerium verwaltet, Die Zufahrt erfolgt über eine Strasse im Gebiet der Cochiti-Indianer, die das Gebiet bei besonderen Feiern (wie in Taos Pueblo) für alle Aussenstehenden sperren und einen Besuch verunmöglichen. In „Cochiti-Pueblo“, das wir ursprünglich für einen Besuch vorgemerkt hatten, ist es unter anderem verboten, Skizzen zu erstellen, zu Fotografieren und Filmen. Die Einheimischen sind überzeugt, dass die Erfahrung und ein unvergessliches Erlebnis im Geist und im Herzen aufbewahrt werden soll, was nicht reproduziert werden kann. – Wir verzichten auf einen Besuch.

Wir haben es gerade noch in eine Autobahnraststätte geschafft, wo wir uns bei einem Trippeldecker Sandwich und Spaghetti mit Meatballs  wieder stärken konnten. Die Spaghetti lassen wir mehrheitlich stehen, für das Sandwich erhalten wir zum Mitnehmen einen Doggy Bag.

Albuquerque

Wir entscheiden uns für die Einfahrt nach Albuquerque auf dem Highway, da wir bei der Vorbereitung auf keine besonderen Objekte auf der alten Strasse gefunden haben. Wir geraten in einen gewaltigen Feierabendverkehr. Ein Vorzeichen für Los Angeles? Wir schaffen es aber zum unserem „B&B“ im „Bottger Mansion of Old Town“, wo wir vom Besitzer in das Haus eingeführt werden. Es ist unser zweiter Aufenthalt in einem „B&B“, das wir das erste in Pontiac ebenfalls nur loben werden. Die Parkplätze sind voll. Das Haus ist ausgebucht. Wir nehmen es vorweg: Dieses B&B kann man bestens empfehlen.

Wir sind mitten im „Historic Old Town“. Der Besitzer organisiert uns einen Tisch in dem nur wenige Minuten entfernten Restaurant „Antiquity Dinner“, in dem wir mit zwei einheimischen Architekten ins Gespräch kommen, die alle zwei Jahre Studienreisen in die Schweiz organisieren, nächstes Mal im Juni. Dann sind wir leider noch nicht zu Hause, aber vielleicht in zwei Jahren? Hätten wir nicht gewusst, wo das Restaurant ist, wären wir vorbeigelaufen. Eine Türe, das ist alles mit einem kleinen Schild. Der Crab Cake und die Scampi sind ausgezeichnet. Wir bestellen jeweils nur eine Portion und teilen sie. Das scheint in Amerika üblich und problemlos möglich. Wir feiern den Abschluss dieses Canyon-Tages mit einer Flasche Wein. Das Restaurant schliesst um 9 p.m. Die Strassen sind menschenleer und im Halbdunkel. Nur ein Radfahrer hält an und möchte bei uns Kleingeld wechseln. Wir haben aber kein Geld dabei. Er fährt weiter. Im Garten des B&B geniessen wir die laue Nacht. Der erste angenehme milde Abend auf unserer Reise.