Albuquerque – Grants

Freitag, 18. Mai 2012 – 24. Reisetag

Albuquerque

Historic Old Town

Unser B&B ist nichts für Eilige, denn Frühstück gibt es erst ab 08.30 h. Draussen, in der Schule nebenan herrscht bereits Hochbetrieb. Es ist kurz vor acht. Von überall fahren Fahrzeuge an und bringen die Schüler zum Unterricht. Zwei Leute sichern den Fussgängerstreifen. Wir nehmen es ruhig und wollen es geniessen, aber wir fühlen uns heute einfach nicht so wohl. Vielleicht sind es die Strapazen von gestern. Wir werden unsere heutige Tagesetappe wohl etwas abkürzen und  beginnen mit einem Morgenspaziergang durch das Historic Downtown Albuquerque, das noch schläft. Nur die Kehrichtabfuhr und zwei Männer, die das Trottoir abspritzen sind aktiv. Schade, dass das Leben noch fehlt. Man könnte sich hier sicher verweilen. Bei der letzten Aufnahme habe ich erst zu Hause gemerkt, dass ich das Kunstwerk „Cottonwood Madonna“ oder „Virgin of the Tree“ fotografiert hatte, wohl von der falschen Seite, denn der Künstler hat eine Madonna in diesen Baumstrunk hineingeschnitzt.

Wir wollen noch etwas mehr erfahren über Albuquerque; mit ihren über 500’000 Einwohnern grössten Stadt im US-Bundesstaat New Mexico. Und natürlich interessiert die Linienführung der Route 66. Bis 1937 führte die Strasse von Santa Fe vom Norden her in die Stadt. Von 1937 bis zur Dekommissionierung 1985 führte die Strasse von Ost nach West über die Central Avenue. als Hauptverkehrsachse und wichtigste Geschäftsstrasse über 28 km durch die Stadt.

West Central – Downtown

Wir beginnen unsere Beobachtungen beim „El Vado Auto Court Motel“, (Bild 1 – 3) das sich nur unweit vom Historic Downtown befindet. Das im „Spanish Pueblo Revival Style“ 1937 erbaute Motel zählt 32 Wohneinheiten, die offenbar seit der Erstellung nicht verändert wurden. Der ganze Komplex ist seit einem halben Jahrzehnt geschlossen und eingezäunt ist, um Vandalismus zu vermeiden. Dem Vernehmen nach suchen die Stadtbehörden eine Lösung. Bis ins Downtown fallen uns eine Vielzahl von Murals und Neons auf. Das Dog House (Bild 7 und 8) ist keine Hundefarm sondern Drive Inn mit Mexikanischen Hot Dogs, das wir nur fotografiert, aber nicht getestet haben. Das KiMo Theater (Bild 14–16) ist wohl das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Es wurde 1927 in der extravaganten Art Deco-Pueblo Revival-Stil-Architektur gebaut, eine Mischung aus Lehmziegel- Baustilen (abgerundete Ecken und Kanten) mit dekorativen Motiven aus einheimischen Kulturen. Eine interessante Kreuzung (Bild 17), wo sich die Route 66 mit der Route 66 kreuzt! Wir erreichen die 1st Street und das Alvarado Transportation Center. Ein kurzer Spaziergang Zentrum von Albuquerque bestätigt unsere Überlegung, in einem ruhigeren Stadtteil zu übernachten. Sogar tagsüber hat es hier zahlreiche herumsitzende und herumstreichende Gestalten, die dich verunsichern oder dich beim Fotografieren sogar anpöbeln. Das Autokennzeichen (letztes Bild) passt irgendwie zu dieser Stadt. Wir verlassen das Zentrum durch die Unterführung und erreichen die Central Avenue SE.

Central Avenue SE

Die Central Avenue SE führt weiter durch das Universitäts-Viertel und durch Nob Hill, ein wichtiges Geschäftsviertel. Das Gebiet um die Route 66 hat sich hier in früheren Zeiten mit der wachsenden Bedeutung des Automobils entwickelt. Autohändler, Service-Stationen, Motels und Restaurants. Einige davon sind in Wikipedia näher umschrieben. Wir fahren über 20 km auf dieser Strasse bis ans andere Ende der Stadt und beschäftigen uns zuerst mit den Highlights auf der rechten Strassenseite. Das HiwayHouse Motel (Bild 1) ist ein Überbleibsel aus einer ehemaligen Motelkette. Kelly‘s Brew Pub (Bild 2 und 3)) war früher die Jones Motor Company, ein Ford-Händler und eine Texaco-Tankstelle. Das Nob Hill Shopping Center (Bild 4) war 1940 auf die Bedürfnisse der Automobilisten ausgerichtet. Das Neon vom Desert Sands Motel (Bild 5) erinnert an alte Zeiten, nachdem die Zimmer anscheinend an Langzeit-Bewohner vermietet wwerden. Auch De Anza (Bild 6) heisst Erinnerung, nachdem nicht klar ist, was aus diesem Motel werden soll. Blake’s bekannt als Blake’s Lotaburger (Bild 7) ist eine weit verbreitete Fastfood Kette mit Spezialität Burger mit Käse und grüner Chili. Die Burgers werden auf Bestellung gekocht, was zum Ruf führt, dass die Bedienung langsam sei… Und wieder einmal ein Muffler Man, der Bunyan Mutant (Bild 8), der Werbung macht für ein Vietnamesisches Restaurant. Er soll zwei Jahre nach unserem Besuch in einem starken Sturm die Arme und die Axt verloren haben. Die Statue scheint aber wieder repariert, um die Kunden nicht zu vergrämen. Nun geht es wieder den ganzen Weg zurück, von dem wir noch einige Bilder mitnehmen: Eine der drei Buslinien, die durch diese Gegend fahren, trägt die Nummer 66 (Bild 7! Als Abschluss folgen wir der Burma Shave Werbung und machen ein Besuch im 66 Diner (Bild 15-17), das bis ins kleinste Detail an die Glanzzeiten der Route 66 erinnert. Mit diesen Eindrücken verlassen wir Allbuquerque.

  • Auf der Central Avenue  soll ein $ 120 Mio. teures „Albuquerque Rapid Transit“ Projekt (ART) realisiert werden mit separaten Bus Spuren und Stationen, um dieses Gebiet besser zu erschliessen. Save Route 66 Central bekämpft das Projekt heftig . Wie „Route 66 News“ am 9. September 2016  berichtet, ist die Finanzierung noch nicht garantiert und Verhandlungen auf dem Rechtsweg laufen. Es erinnert mich an unseren Kampf www.limmattalbahn-nein.ch.Albuquerque Rapid Transit projectNews: Route 66 News vom 23. Oktober 2016 informieren, dass die Arbeiten für das Rapid Transit Projekt in Albuquerque begonnen haben und erwähnt die von den Gegner ergriffenen Bemühungen, die noch nicht abgeschlossen sind.
  • Wie „Route 66 News“ am 21. Juli 2016 berichtet, hat die Stadt Albuquerque mit den Beisitzern des De Anza Motel und des El Vado Motels Verträge abgeschlossen, dass bei diesen historischen Objekten etwas realisiert werden kann.
  • Desert Sands Motel: „Route 66 News“ berichtet am 16. September 2016, dass „Albuquerque’s Safe City Task Force“ die Kontrolle über dieses Motel übernommen hat, nachdem es seit Mai dieses Jahres drei Mal gebrannt hat.
  • El Vado Motel: Über ein Jahrzehnt war dieses 1937 im Pueblo Stil gebaute Motel leer, verlassen und stark und sicher eingezäunt. Seit 1993 ist es im „National Register of Historic Places“ eingetragen. Nach einem langen Kampf mit dem früheren Besitzer, der alles abbrechen uns luxuriöse Stadthäuser bauen wollte, ist es den Stadtbehörden gelungen, die Gebäude zu erhalten. Nun sind die Baumaschinen aufgefahren. Wie „KOB4-TV“ in Albuquerque berichtet, hat der Bau letzte Woche begonnen. Das $18 Mio.-Projekt soll bereits am 1. August eröffnet werden. (2017-03-03)

News vom 30.12.2016: Central Ave: Umsatzeinbruch!

art-construction-albuquerqueVor ein paar Wochen begannen die Bauarbeiten am Rapid Transit-Bus-Projekt. Man sieht riesige Absperrungen. Wie „Route 66 News“ berichtet, sind die ersten Erfahrungen katastrophal. Verschiedene Geschäftsbetriebe melden Umsatzrückgang bis zu 30%, zurückzuführen auf verwirrende Signalisationen oder Gebäude, die nicht mehr zugänglich sind. Es wird befürchtet, dass die Reduktion von vier auf zwei Spuren zur Zerstörung von Geschäften führen wird. Auch werden bereits Entlastungen gemeldet. Interessant ist, dass für die $69 Millionen von total $119 Millionen seit 11 Monaten vom Congress noch keine Zusage für die Subventionen vorliegt! Was passiert mit dem Projekt, wenn dieser Beitrag nicht kommt?

„Los Lunas Option, pre 1937“

In unsere Planung hatten wir ursprünglich diese Variante gewählt über Isleta Village, mit der „San Augustin de la Isleta Mission Church“.  Dann weiter über Peralta und Los Lunas. Vielleicht fehlte uns heute der Mut, um Indianergebiete zu besuchen, in denen das Fotografieren problematisch und eingeschränkt ist.
Aufruf an die Freunde unserer Website: Wenn Sie diese Route befahren haben, würden wir uns auf einen Gastbeitrag mit Fotos sehr freuen!

Wir haben die direkte Route auf die Anhöhe gewählt, auf der wir nach 19 Meilen (30 km) die Rio Puerco Bridge erreichen. Sie ist als historisches Denkmal eingetragen. Gut, dass so viel Land vorhanden war, dass diese 1933 erbaute Brücke nach 66 Dienstjahren 1999 geschlossen und von der Interstate umfahren werden konnte.

Auf der anderen Seite des Highways liegt das Route 66 Casino Albuquerque. Allein im Bundesstaat New Mexico betreiben die „Native Americans“ 28 Casinos! Wir fragen uns, wie der Betrieb von Casinos mit der Lebensphilosophie zu vereinbaren ist. Die Indianergebiete haben eine eigene, unabhängige Gesetzgebung! Wir verzichten auf einen Kasinobesuch und fahren nach Besichtigung der Brücke weiter.

Laguna

Wir fahren weiter durch „Laguna Pueblo“ Land, wo man beim fotografieren weiterhin Vorsicht walten lassen muss. Auf dem Highway ist zwischen den Exits 96 – 89 fotografieren völlig verboten. Abseits der Interstate führt die Route 66 um verschiedenartige Felsformationen herum. Der berühmteste ist wohl der „Owl Rock“ (Bild 1), der Eulen Felsen. Gleich danach folgt die „Dead Man’s Curve“ (Bild 2). Nur die „Railroad“ folgt uns. Ab und zu begegnet man eigenzäunte Ruinen von Häusern, die mit Steinen gebaut wurden und Spuren von schwarzer Lava Gestein.

San Fidel

Hier in San Fidel sollen noch etwa 100 Leute leben. Wir begegnen aber nur streunenden Hunden und ziehen es vor, das Auto nicht zu verlassen. Von der ehemaligen „Whiting Brothers Station“ steht nur noch die gelbe Reklametafel.  Aus der Ferne kann man die „Santa Maria de Acoma Church“ gut sehen. Es ist eine Replika der „Acoma Pueblo Church“. Am späteren Nachmittag wechselt der Wind in einen Sandsturm, der immer stärker wird. Auch unser Auto passt sich der Farbe des Sandes an. Wir erreichen Grants, wo wir unseren heutigen Tag im Days Inn beschliessen, weil es auf der vor uns liegenden Strecke keine vernünftigen Hotels hat. Im Restaurant nebenan gibt es ein asiatisches Buffet. Wir werden auch am nächsten Morgen noch davon überzeugt sein, dass es gut war.