Needles – Barstow

Sonntag, 17. Juni 2012 – 54. Reisetag (2)

Needles

flagge-kalifornienWir erreichen den achten und letzten der Route 66-Staaten, Kalifornien. Der eingedeutschte Namen hat sich als einziger bis heute im Sprachgebrauch erhalten. Wir sind im „Golden State“, dem drittgrössten und bevölkerungsmässig grösstem Bundesstaat. Über 37 Mio. Personen leben hier, also etwa 12 % aller US-Amerikaner. Mehr Einwohner als in Kanada oder in Australien!

Wir wechseln noch einmal die Zeitzone. 314 Meilen (505 km) trennen uns noch vom Ziel!

Nach der Colorado Brücke versuchen wir, noch zwei Dead Ends zu erforschen, was nicht viel versprechend ist. Es ist bereit sieben und so heiss, dass wir kaum das Auto verlassen, um zu fotografieren. Wir ziehen weiter nach Needles, wo wir um diese Zeit noch ein Motel suchen müssen. Im Best Western erhalten wir zu unserer grossen Überraschung noch ein Zimmer und sogar noch im Erdgeschoss! Am Morgen war es im Internet noch als ausgebucht markiert! Es ist 42 Grad und nach dem Ausladen der Koffer muss auch ich in den Swimming Pool. Es ist zu heiss um zum Fotografieren. Der Ort ist jedoch für diese hohen Temperaturen bekannt.

Montag, 18. Juni 2012 – 55. Reisetag

Der „Welcome Wagon“ begrüsst die Besucher im 5,000 Seelen-Ort. Das unweit daneben liegende „66 Motel“ (Bild 1 – 3) gehört aber zur Kategorie „vintage“, denn seit den 90er Jahren werden nur noch Einzimmerappartements vermietet. Seite Jahren steht „El Garces“, leer; ein grosses „Harvey House“.  (Bild 4 – 5. Beeindruckend sind auch das „Masonic Temple Theater“  (Bild 6)und ein schön restauriertes „Art-Deco“-Gebäude (Bild 7). Der Ort verbreitet einen gepflegten Eindruck. Selbst nicht restaurierte Liegenschaften präsentieren sich gut und sauber.

El Garces (Bild 4): 2014 wurde das Gebäude als „El Garces intermodal transportation facility“ wieder eröffnet, nachdem Hotel und Restaurant 1949 geschlossen wurden. Der Bahnhof Santa Fe wurde von Amtrak bis Ende 1988 genutzt. Die Restaurierung und Rekonstruktion des historischen Hauses begann 2007. Allen Affeldt, Inhaber des historischen La Posada Hotel in Winslow, Arizona, beabsichtigte, die Station zu kaufen, um ein gehobenes Hotel und Restaurant einzurichten. Er begrub diesen Plan 2009, da die Bundesverkehrsbehörden festgestellt hatten, dass das Eigentum bei der Stadt bleiben muss, weil sie  früher $4,8 Millionen aus öffentlichen Mitteln für den Bau gewährt hatte. Die Stadterneuerung der intermodalen Verkehrseinrichtung, ohne die vorgeschlagene Handelskammer, Hotel und Restaurant, wurde fortgesetzt.

Goffs

Wir starten heute etwas früher, denn wir müssen die Wüste durchqueren. Irgendwie ein merkwürdiges Gefühl. Wir kaufen Wasser ein und tanken voll. Zuerst geht es auf der US-95N Richtung Las Vegas weiter, immer schön begleitet durch die Bahngeleise. Beim ersten Bahnübergang zweigen wir Richtung Goffs ab. In diesem kleinen, nicht registrierten Ort befindet sich ein recht ansehnliches, – leider eingezäuntes –  Museum in einem frisch restaurierten, 1914 gebauten Schulhaus., das damals aber nur auf Anfrage zugänglich war…

Fenner

Mitten im Niemandsland liegt Fenner, wohl nicht viel mehr als eine einsame Tankstelle am Exit der I-40, welche die Route 66 unerquert. Obwohl wir erst 70 km gefahren sind, tanken wir noch einmal voll auf und essen eine Kleinigkeit.

Essex

Etwas weniger als 100 Leute sollen noch an diesem Ort leben. Wir haben eher den Eindruck von einer Geisterstadt, die aber noch über eine „Post-Office“ verfügt und über Ruinen des „Wayside Markets“. 

Hier beginnt – wie es der EZ Guide Verfasser nennt – der „Route 66 Public Art Corridor.“ Auf der nun folgenden Strecke bis Amboy haben Hunderte von Reisenden Ihre Namen mit Steinen Flaschen und anderem auf dem Strassenbord entlang der Nordseite der Route 66 verewigt. Vor Hitzschlag und Schlangen wird gewarnt.

Cadiz Summit

Hier stand früher eine Wüstenoase, die eine Tankstelle, ein Café und einige Touristenhütten umfasste. Übrig gerblieben sind nur noch einige Ruinen, die von den Durchreisenden bemalt wurden

Wir sind noch immer in der Wüste. aber die Berge kommen bedrohlich näher.

Route 66 im „Mojave Desert“ östlich von Amboy gesperrt!
Wie Ron Warnick heute in Route 66 News nach lokalen Presseberichten informiert, werden östlich von Amboy zwei alte Holzbrücken ersetzt. Die Route 66 bleibt in diesem Gebiet ab kommendem Montag bis Mitte September für allen Verkehr gesperrt. Die Zufahrten nach Amboy und Cadiz Summit sind möglich, aber nur mit grossem Umweg über die I-40 (2017-03-02).

Chambless

Ein riesiges Geisterneon zeigt, was vom „Road Runners Retreat“ übrig geblieben ist, seit es 1995 aufgegeben und einfach dem Wind und dem Wüstensand überlassen wurde. Die Anlagen werden von der Mojave Wüste langsam aufgefressen. Unter dem riesigen Vordach wurden anscheinend  Temperaturen bis zu 122 Grad Fahrenheit (50 °C) gemessen. Auch der „Chambless Market“ ist verlassen und eingezäunt.

Amboy

Nach 80 Meilen (129 km) Wüstenfahrt erreichen wir Amboy, bekannt durch „Roadrunner’s retreat Café and Station“, das noch aus einigen erhaltenen Gebäuden und einem riesiges Neon besteht. Das Motel ist schon lange geschlossen und die Tankstelle ist mit Abstand die teuerste auf unserer Reise. Es gibt natürlich auch nichts Frisches zum Essen. Ein Deutscher Reiseleiter erklärt uns, dass in Kürze eine Schweizer Harley Gruppe hier erwartet werde. Sie tauchen allerings nicht auf. Wir vermuten, dass sie auf dem Highway vorbeigefahren sind, wie übrigens viele Route 66-Reisenden auch, welche die Wüstenfahrt nicht wagen und den direkteren Weg auf der Interstate vorziehen.

Unser heutiges Ziel ist Barstow, der einzige Ort auf der ganzen Streckewo auf der ganzen Strecke, wo wieder Restaurants und Motels zu finden sind…
Nach etwa acht Meilen sehen wir einen einsamen Baum. Er markiert die Stelle, wo einst Bagdad, eine verschwundene Geisterstadt stand.
In Newberry Springs steht neben einer alten Tankstelle auch das legendäre Bagdad Café, das wir uns aber nicht mehr genau ansehen mögen.
Am Nachmittag erreichen wir Barstow, begleitet von Sandwindblasen. Die Fahrt durch die Wüste verlieft problemlos, zumal etwa die halbe Streckt vor nicht langer Zeit neu asphaltiert wurde. Barstow ist wieder einmal eine grössere Stadt, wo wir aus Sicherheitsgründen eine Rast einlegen. Ich bin aber von der Fahrt ziemlich geschafft. Sie hat stark an unseren Nerven gezerrt. Im Best Western, das neben der Bahnlinie liegt, liegen in den Zimmern Ohrpfropfen auf. Ich brauche keine, lege mich hin und schlafe erst mal geraume Zeit. Es ist schon dunkel, als ich mich etwas erholt hatte.

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