Barstow – Rialto

Dienstag, 19. Juni 2012 – 56. Reisetag

Barstow

Die 22,000 Einwohner zählende Stadt wurde nach dem Präsidenten der Santa-Fe-Eisenbahngesellschaft William Barstow Strong benannt. Auch heute noch wird der Ort von der Eisenbahn geprägt. Das „Route 66 Mother Road Museum“ in der „Casa del Desierto“, einem schönen Harvey House  ist leider nur am Wochenende geöffnet und so verlassen wir die Stadt nach einigen Aufnahmen von Eisenbahnwagons, Murals und alten Motels und Neons. Wir beobachten gar einen Zug, der von acht Loks gezogen wird und fahren weiter auf’s Land. Bei einem anderen Zug zählt Silvia 3 Locks mit 100 Wagen und nochmals 2 Loks.

Oro Grande

An der Nummer 24266 National Trails Hwy, aka Route 66 (aka = also known as = „auch bekannt als“) findet die „Bottle Tree“ Ranch unsere Aufmerksamkeit. Elmer Long, der selber nicht anwesend ist, hat diese Kunstwerke geschaffen. Unzählige farbige Flaschen wurden zu Bäumen arrangiert, vermischt mit Route 66 Schildern und anderen fantasievollen Gegenständen. Man hätte hier stundenlang philosophieren und fotografieren können, aber wir müssen weiter.

Ebenfalls ein „Must Stop“ ist „Emma Jean’s Holland Burger“. Wir geniessen als Mittagessen einen vorzüglichen Burger. Das Restaurant ist innen und aussen schön renoviert. Es gehört heute einem jüngeren Ehepaar, die das Lokal effizient führen. Ein interessantes Gespräch und ein Eintrag unserer Geschichte im Gästebuch.

Victorville

Hier steht das „California Route 66 Museum“, das wir gerne besucht hätten, da wir Gutes darüber gelesen haben. Mit viel Glück finden wir die Zufahrt hinter dem Haus, die zum Parkplatz führt. Leider ist das Museum geschlossen. Die Stadt macht einen guten und sauberen Eindruck. Wir finden aber keine weiteren Erinnerungen an die gute alte Zeit.

Nun geht es auf die I-15. Von Barstow bis zum Cajon Pass wurde der Highway auf dem Trassee der alten Route 66 gebaut, so dass davon nichts mehr zu sehen ist. Nur noch das „Outpost Café“ an der Kreuzung mit der US-395 hat überlebt.

Cajon Pass

Wir sind auf 4,000ft  (1219 m) und verlassen den Highway. Zuerst versuchen wir, noch ein Stück auf der ganz alten Strasse zu fahren, die aber nur noch eine Sandpiste ist. Nach kurzer Zeit geben wir unser Unterfangen auf, weil die Gräben zu tief sind. Das Restaurant „Summit Inn“ ist um drei Uhr bereits geschlossen! Der Besitzer macht aber freundlicherweise nochmals auf und ich kann dringendst das stille Örtchen aufsuchen. Er zündet alle Lichter an, so dass ich das ich noch ein paar Aufnahmen machen kann. Er steht mitten in Verkaufsverhandlungen, wie er uns erzählt. Später erfahren wir, offensichtlich mit Erfolg.

Grossfeuer zerstört das Summit Inn Restaurant

Am 16. August 2016 hat ein sich schnell bewegender Grossflächenbrand am Cajon Pass das Restaurant und die anderen Gebäude vollständig zerstört. 80,000 Einwohner mussten in Sicherheit gebracht werden. Im San Bernardino County wurde der Notstand ausgerufen. Mehrere hundert Feuerwehrleute waren im Einsatz. Starke Winde, hohe Temperaturen und eine tiefe Luftfeuchtigkeit begünstigten die Ausbreitung des Feuers. Kalifornien erlitt das fünfte aufeinanderfolgende Trockenjahr.
Wie später zu erfahren war, planen die neuen Besitzer, das Restaurant wieder aufzubauen.

Weiter geht es auf dem Highway hinunter Richtung San Bernardino. Wir zweigen ab und erreichen den „Santa Fe and Salt Lake Trail“, der an einem „Dead End“ mit einem Monument abschliesst, das an Bauarbeiten von 1849 erinnert. Aus dem fahrenden Auto gelingt Silvia ein wohl seltener Schnappschuss. Drei Eisenbahnzüge auf drei unterschiedlichen Trasses auf einem Bild. Nach einigen Meilen verlassen wir den Highway wieder, und suchen die alte Route 66, auf der wir nochmals ein verbliebenes Teilstück weiterfahren können. Plötzlich setzt starker Gegenverkehr ein. Wir bemerken, dass der Verkehr auf der Südrampe des Highways steht, weshalb viele Automobilisten den Ausweg und Aufstieg auf der alten Strasse wählen. Kurz vor Devore ist die Strasse mit einem Erdwall blockiert und mehrfach abgesperrt. Die alte vierspurige Strasse führt dahinter weiter. Sie ist allerdings mit Steinen übersät und nicht mehr befahrbar. Wir werden auf den Highway geführt.

Devore

Wir können die I-15 verlassen und kommen wieder auf die unterbrochene alte Route 66. Mit einer Leitplanke abgesperrt hat man ein längeres Stück der alten Strasse einfach überwachsen lassen. Wir finden hier noch einige Motels und andere Überbleibsel aus den alten Zeiten. Die Motels und Garagen sind teilweise geschlossen und nicht unbedingt liebevoll gepflegt.

San Bernardino

Das 1937 gebaute „Mitla Cafe“ ist als „RoadSide Attraction“ vermerkt. Der Schornstein „Santa Fe Smokestack“ ist nicht zu übersehen.

McDonald’s-Museum  
Das Museum auf dem Grundstück des ersten McDonald’s Restaurant macht einen eher etwas traurigen Eindruck. Es ist auch nicht das offizielle Museum der heutigen Firmengruppe. Draussen ist ein Künstler damit beschäftigt, die Fassade aufzupeppen. Hinter dem Museum entdecken wir auf einem Parkplatz verschiedene alte Fahrzeuge von Juan Pollo, dessen Büros sich im McDonalds-Museum befinden. Wir fragen den Maler, der das Mural restauriert, was es für einen Zusammenhang hat und er hält uns einen grossen Vortrag:
Im Jahre 1940 haben Dick und Mac McDonald, das Barbecue Restaurant in San Bernardino eröffnet. 1948 wurde das Restaurant bekannt, als die Brüder eine rationelle Art der Hamburgerzubereitung und Selbstbedienung einführten. Sie verkauften später die Rechte an der Marke. Juan Pollo hat das Haus gekauft. Es soll rechtliche Probleme mit McDonalds gegeben haben. Pollo will zahlungskräftige Chinesen dazu bringen, hier an der Route 66 zu investieren.

Rialto

Wir fahren bis Rialto. Ich weiss nicht, was mich dazu getrieben hat, nochmals in einem Wigwam zu übernachten. Die „Tepees“ sind kürzlich neu gestrichen worden. Die Anlage ist im Rt 66 Register eingetragen und macht einen schönen Eindruck. Es ist nicht mehr so heiss. Dennoch kühlen wir uns im Pool ab. Es sind nur einige wenige Zelte belegt. Obwohl die Zelte unmittelbar an der Strasse liegen, schlafen wir ausgezeichnet.

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