Las Vegas – Valley of Fire – Overton – Kingman

Donnerstag, 14. Juni bis Samstag, 16. Juni 2012 – 51.-53. Reisetag

Bye-bye Las Vegas

Wir verlassen Las Vegas und fahren natürlich noch über den Strip, den wir uns nur zu Fuss und aus dem Bus angesehen haben. Auf der Fahrt auf der Interstate I-15 Richtung Norden machen wir noch einige Aufnahmen und blicken wir noch ein letztes Mal zurück auf die Stadt und den „Palazzo“.. Im dichten Verkehr hält sich offensichtlich kaum jemand an die Tempolimiten. Dafür ist die Polizei ausserhalb den City Limits präsent. Wir beobachten insgesamt drei Fahrzeuge, die einen stoppen. Dies wirkt offensichtlich, denn plötzlich scheinen alle mit dem Tempomat zu fahren, was sofort beruhigend wirkt.

„Valley of Fire State Park“

Nach kaum 50 Kilometern zweigen wir auf den Valley of Fire Highway ab, der allerdings nur noch zweispurig ist. Dafür sind in diesem Gebiet auch nur noch Naturfreunde und Canyonfans unterwegs. Es wird ruhig und wir sind fast alleine unterwegs. Beim Eingang bezahlen wir den Obolus für das Tagespermit für den Besuch des grössten Naturparks in Nevada. Schon bald verstehen wir, dass sich der Namen von den roten Sandsteinformen ableitet. Zusammen mit Kalkstein und Schiefergestein haben sich vor über hundert Millionen Jahren grosse Wanderdünen gebildet. Gefolgt von gewaltiger Erosion ist diese einzigartige Landschaft entstanden.

“Loop Road”

Gleich nach der „West Entrance Station“ zweigen wir auf den „Scenic Drive“ ab, eine Naturstrasse, die uns um die ersten interessanten Felsformationen herumführt. Wir sehen bereits eine ganze Anzahl Felsbogen, die offenbar Namen tragen. Wir glauben, dass wir den „Arch Rock“ gefunden haben, verzichten aber darauf, alle Namen zu bergründen und geniessen ganz einfach diese Wunder der Natur.

Mitten in den schönen Felsen hat es sogar einen Rastplatz, der aber von einem liegenden „Horn Sheep“ besetzt ist. Wir picknicken auf der anderen Seite. Als sich das Tier auf uns zu bewegt, bringen wir uns mit unserer Kühlbox in Sicherheit und verlassen den Parkplatz. Wenig später beobachten wir aus sicherer Entfernung, wie ein Ranger das Tier aus einer gewissen Distanz vertreibt. Offenbar war die Situation so ungefährlich nicht! Silvia zieht es vor, auf „sicherer“ Strasse zu fotografieren und wir fahren ins Visitor-Center, das diskret in die Gegend gebaut wurde.

Wir erkundigen uns nach den „Waves“. Die Rangerin rät uns ab. Es sei eben Sommer und die Temperaturen am Nachmittag am höchsten, Wir verschieben das auf Morgen, fahren aber noch in die Höhe, um für den nächsten Tag zu rekognoszieren. Wir machen noch einige interessante Fotos in der Nachmittagssonne, zuletzt noch die „Seven Sisters“, bzw. was davon übrig geblieben ist. Vornehme Las Vegas-Besucher lassen sich mit der Limo mit Chauffeur im schwarzen Anzug hierhin chauffieren… Es ist ja nur 41 Grad warm…

„The Waves“

Vom deutschen Fotografen Steffen Synnatschke haben wir eine ausgezeichnete Dokumentation erworben, die man jedem Besucher dieses Gebietes nur empfehlen kann. Er hat diesen Ort allerdings im Herbst besucht, der vermutlich besseres Fotowetter verspricht.

Den zweiten Tag haben wir nochmals dem „Valley of Fire“ gewidmet. Wir sind wir wieder in der Höhe und es gilt zu wandern.

Und dies bei gegen 40 Grad! Auf der Suche nach den „Waves“ geht es vom Parkplatz zuerst steil hinunter bis man zu einem Felsen kommt. Der Weg ist mit kleinen Stoffbändchen signalisiert, die an Gebüschen befestigt sind. Beim Felsen sind wir links abgebogen. Ein interessanter Weg, doch haben wir Irgendwann gemerkt, dass keine Markierungen mehr vorhanden sind. Wir kehren um und es gelingt uns nur mit grosser Mühe, wieder den richtigen Weg zurück zu finden. Wir haben ja kaum nach hinten geschaut, wie der Weg aussieht. Anfängerfehler! Beim Felsen haben wir die Karte nicht mehr angesehen!  Wir hätten nach rechts hinaufsteigen müssen. Wir sind 1 ½ Stunden falsch gelaufen! Am Schluss nehmen wir eine Abkürzung einen steilen Hang hinauf auf die Strasse, wo wir uns das Wasser über den Kopf laufen lassen. Eine vorbeifahrende Amerikanerin stoppt sofort und erkundigt sich, ob wir Hilfe brauchen. Auch das ist Amerika! Ich aber brauche danach unter einem gedeckten Rastplatz über eine Stunde, um mich wieder zu erholen.

In dieser Zeit hat sich Silvia auf einem Gipfel-Rundweg im tiefen Sand umgesehen, was dort noch zu sehen ist.

Wir nehmen später trotzdem nochmals Anlauf, um die Waves zu aufzusuchen und zu fotografieren. Die Lichtverhältnisse sind leider nicht optimal und die Anstrengung ist spürbar und auch die Lust ist nicht mehr so gross, noch viel zu fotografieren, denn wir müssen ja wieder einen langen Weg zurücklaufen. Silvia hat schon aufgegeben, „ich laufe keinen Schritt mehr“, derweil ich noch einige wenige Schritte kämpfe.

Auf dem Weg nach Overton finden wir im Abendlicht noch ein paar Motive. Es fällt uns schwer, dass wir uns von „Valley of Fire“ trennen müssen, denn es gäbe noch viele interessante Wege zum Wandern und Entdecken. Zweifellost einer der schönsten Parks in den USA!

Overton

Die Strassen durch diese fantastische Gegend sind im besten Zustand und wir erreichen das knapp 20 km entfernte Overton, wo wir allerdings längere Zeit das Motel suchen. Wir haben zwei gefunden und beide waren geschlossen. Wer will wohl auch in dieser Gegend übernachten? Wir sind einfach zu wenig weit gefahren, finden aber das Motel, das früher vermutlich ein Best Western war. Der Besitzer ist sichtlich stolz, da es ihm aus der Mail-Reservation nicht entgangen ist, dass wir aus der Schweiz kommen und er hat auch Freude an unserer Geschichte. Neben McDonalds gibt’s im Ort noch ein Restaurant, das ganz passable Essen anbietet und zum ersten Mal erhalten wir warmes Wasser, als wir ohne Eis bestellen. Wir erhalten dann aber noch ein ganzes Glas Eis, das sich aber mit unserem warmen Wasser gleich auf die Hälfte reduziert. Auch einen Dorfladen gibt es, wo wir unsere Vorräte an Getränken wieder ergänzen können. Draussen ist es noch immer weit über 30 Grad. Im Zimmer ist es angenehm kühl. Aber vom Ort mögen wir nichts mehr fotografieren. Wir haben am Abend doch noch versucht, zum See hinunter zu fahren. Die Strasse war jedoch abgesperrt. Wie wir später erfahren haben, hatte der See zu wenig Wasser und bis zum nächsten Zugang zum Wasser hätten wir 50 Meilen fahren müssen…

„Lake Mead National Recreation Area“

Nach einer halben Stunde wollen wir es in Echo Bay etwas genauer wissen und wir fahren zum See hinunter. Ein schönes Plätzchen am See, das allerdings nur interessant ist, wenn man sein eigenes Boot dabei hat. Man sieht aber deutlich, dass der Stausee zu wenig Wasser hat. Weiter geht die Fahrt vorbei an interessanten Felsformationen. Auf einem unbenannten Parkplatz entdeckt Silvia gar noch einen weiteren Elephant Rock.

„Hoover Dam“

Der „Hoover Dam“ befindet sich auf der Grenze zwischen Nevada und Arizona. Er staut den Colorado-River und den Lake Mead. Obwohl wir den grössten Stausee der USA schon früher einmal gesehen haben, sind wir von diesem 221 Meter hohen Bauwerk erneut beeindruckt. Interessant zu sehen, wie die Hochspannungsmasten als schiefe Konstruktion am Rand der senkrecht abfallenden Schlucht gebaut wurden. Die am Bau beteiligten Arbeiter wohnten in Boulder, wo damals Alkohol und Glückspiel verboten waren. Aus diesem Grund entstand nur etwa 50 km entfernt eine kleine Wüstensiedlung; die heutige Spielermetropole Las Vegas. Glücksspiele sind in dieser Stadt noch immer illegal. Ausserhalb der Stadtgrenze hat man aber ein hässliches Casino-Hotel hingestellt.


Dann geht es zurück auf der I-93 und wir erreichen am späteren Nachmittag Arizona, Kingman und damit auch die Route 66, von der wir im nächsten Bericht wieder einiges zu erzählen wissen.

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