Kingman – Las Vegas NV

Dienstag 12. bis Mittwoch, 13. Juni  –  49 . und 50. Reiisetag

Kingman

Wir machen noch einige Fotos. Dann suchen wir ein Restaurant, das uns zum Frühstück empfohlen wurde. Wir finden es nach einigen Meilen. Leider wird das Frühstück nur am Wochenende angeboten. Dafür lernen wir einen weiteren Teil von Kingman kennen, das doch über 27‘000 Einwohner zählt. Wir glaubten, der Historic District sei alles. Mangels anderer Gelegenheit frühstücken wir erstmals bei McDonalds. Gar nicht so schlecht, vor allem aber mit gutem Kaffee. Unser Auto ist so schmutzig, dass wir uns für einen Autowash Besuch im „Handwash“ entschliessen. Das Auto wird bespritzt und eingeseift. Fünf Personen arbeiten gleichzeitig daran. Nun glänzt es aber wieder schön. Nicht schlecht für 10$ + Trinkgeld.

Nevada „The Silver State“

nevad-flagEin weiteres Mal verlassen wir die Route 66. Es zieht uns nach Las Vegas, Nevada, das von hier aus nur etwa 100 Meilen entfernt ist. Nevada zählt natürlich nicht zu den Route 66 Staaten. Wir wollen uns aber diese Stadt noch einmal ansehen und das „Valley of Fire“ erforschen. Das Wort Nevada kommt aus dem Spanischen und bedeutet verschneit. Der Beinamen „Silver State“ ist auf die grossen Gold- und Silbervorräte zurückzuführen.

Eine etwas eintönige Strecke mit einer Höchstgeschwindigkeit von 65 Meilen. Wir werden laufend überholt, halten uns aber an die Höchstgeschwindigkeit. Je näher wir dem Zentrum von Las Vegas kommen, nimmt der Verkehr zu.

Las Vegas, NV

„Venetian“

Unser Garmin-Navi zeigt eine andere Route als Google und so erreichen wir das Hotel von der Rückseite her. Nach mehreren Versuchen finden wir die richtige Einfahrt. Zuerst die zum „Venetian“, dann die zum  „Palazzo“ und dann noch umparkieren, weil wir in der Hotel-Limo Spur stehen und nicht in der Valet-Parking Line. Dann aber wird uns das Gepäck sofort abgenommen und der Valet Service fährt das Auto in die Garage.

„The Palazzo“

Wir wollten uns hier etwas Spezielles gönnen und haben eine „Luxury-Suite“ für zwei „Ruhetage“ gebucht. Nach der Werbung soll es sich um die grössten „Standard Suites“ am „Strip“ handeln. Zum Check-In müssen wir nicht anstehen. Wir können gleich in den 23. Stock hinauffahren, wo wir bei einem Glas Champagner einchecken. Der Zimmerbezug wird dann aber zu einem Problem. Unsere King Bett Suite weist in eine Richtung, in der wir vor dem Fenster nur Shopping Center Dächer sehen. Zurück zur Rezeption. Als Alternative erhalten wir eine höher gelegene Suite mit zwei Queen Betten im 26. Stock. Die Sicht ist nun bedeutend besser; auf das Hotel „Treasure Island“ und das „Trump“ Hotel und unter uns der Swimming Pool. Auf einer oberen Ebene befindet sich nach dem Eingang das Schlafzimmer. Zwei Stufen tiefer ist das Wohnzimmer, mit einer Sitzgruppe, einem runden Tisch und einem Bürotischchen. Drei Fernsehbildschirme, der grösste vor den Betten, der kleinste im Badezimmer. So lässt sich sicher ausruhen…

„Las Vegas Strip“

So heisst der rund 7 km lange Las Vegas Boulevard, genannt „Strip“ „der „Streifen“, der weltweit bekannt ist für seine Ansammlung von Luxushotels. Der Strip gilt als „Sehenswürdigkeit von nationaler Bedeutung“, weshalb es hier – anders als an den meisten Orten in den USA – erlaubt ist, Alkohol auf offener Strasse zu trinken. An Feiertagen gilt dieses Recht nicht, mit Rücksicht auf Personen unter 21 Jahren Eine seltsame amerikanische Moral: Muss an anderen Tagen auf die Jugendlichen keine Rücksicht genommen werden? Wir wagen uns auf die Strasse, obwohl die Temperatur mit 39 Grad Celsius angezeigt wird. Es ist heiss. Wir trinken regelmässig Mineralwasser und finden Gefallen an diesem Riesenrummel.

Beeindruckend ist „The Mirage“, das zum Zeitpunkt seiner Eröffnung das teuerste Casino-Projekt in der Stadt war. Der Bau soll viel zur Entwicklung zum heutigen Erscheinungsbild beigetragen haben (Bild 2). Berühmt war auch die meistbesuchte Show der beiden Deutschen Siegfried und Roy mit weissen Tigern und Löwen, die an 5,750 Vorstellungen vor 10,5 Millionen Zuschauern besucht wurden (Bild 3).

Ein spektakuläres Wasserspiel vor dem „Ceasars Palace“ (7 – 10). Es ist etwas kühler, da die Bäume und die darum stehenden Leute von der Gischt befeuchtet werden. Wir müssen in das Hotel hinein, um auf die Überführung der Strasse zu kommen. Eine Ice Cream Shop im Cesar ist ein willkommener Halt, um etwas in der Kühle zu verweilen.

„Paris Las Vegas“ wirbt mit einem Nachbau des Eiffelturms im Massstab 1:2, dessen eine Bein in das Innere des Gebäudes durchbricht. Das Hotellogo befindet sich an einem Montgolfier-Ballon (Bidl 7 bis 11).


Venezianische Träume

Bis 20.00 h gibt es im „Palazzo“ Apéro mit allerlei einladenden kalten und warmen Häppchen und freien Getränken. Vor dem „Treasure Island“ auf der anderen Strassenseite geht eine Show ab mit brennenden Häusern und lautem Knallen. Derweil genossen wir drei Margeritas, bzw. ich vertilgte zwei Gin Tonic und einen Margerita. Schwankend verlassen wir den Ort und buchen an der Rezeption noch Karten für die morgige Show im „Venetian“. Essen müssen wir nichts mehr.
Wir spazieren noch etwas ums Hotel herum. Wir glaubten, auf der anderen Strassenseite eine Reisegruppe zu erkennen; aber nein, das ist einfach abendliche Stossverkehr der Fussgänger. Die Gondoliere auf dem „Canale“ vor dem Hotel haben heute aus Wettergründen den Betrieb eingestellt. Für eine Fahrt zu zweit hätten wir $78 hinblättern müssen. Das scheint uns etwas viel, vor allem auch nachdem wir mit Kutschenfahrten überall in der Welt ausnahmslos schlechte Erfahrungen gemacht haben. Wir finden schliesslich unser Zimmer wieder und legen und auf das Bett und schlafen gleich ein. Um zwei Uhr morgens erwache ich in einem immer noch gut beleuchteten Zimmer…

Mittwoch, 13. Juni 2012 – 50. Reisetag

 

Silvia erwacht mit den Worten „nie wieder.“ Ich beginne den Tag mit dem Nachführen des Tagebuches, das ich in den letzten fünf Tagen nur noch Stichwortweise geführt habe. „Nie wieder.“ Mit einigen Lücken, die ich später noch ergänzen werde, bin ich wieder aktuell. Wir schaffen es von 09.30 – 10.00 h doch noch zum Frühstück im Prestige. Danach legt sich Silvia noch etwas hin, derweil ich am Tagebuch weiter arbeite. Es ist ja noch ein Ruhetag.<p/p>

Downtown Freemont

Wir haben es geschafft: 41 Grad. Wir legen erst am Mittag los und fahren mit dem öffentlichen Bus, in  dem es angenehm kühl ist, auf dem Strip ins Downtown, an die Freemont Street. Unterwegs sehen wir auch einfachere Motels. Ich habe den Eindruck, dass dieses Gebiet gelitten hat, seit sich der Tourismus zu den Megahotels an dem Strip verlagert hat. Wir essen eine Kleinigkeit und fahren wieder zurück ins Hotel, rechtzeitig, dass wir noch von den freien Apéros und den Häppchen profitieren können.

„Funiculi, funicula“

Wir bleiben dabei: Auch im „Palazzo“, in dieser gehobenen Preisklasse ist das Niveau der Amerikaner nicht besser. Ein Grossteil kommt in den verschwitzten Kleidern, die sie den ganzen Tag getragen haben. Dann machen wir uns auf den Weg ins „Venetian“, was immer innerhalb des Hotelkomplexes gegen zwanzig Minuten dauert. Das ist nicht verwunderlich, wenn man weiss, dass das Hotel über 7,000 Zimmer hat. Wir erleben „Phantom of the Opera“, mit glanzvollen Bühnenbildern und mit einem „Live Orchestra“. Ein toller Genuss! Um halb zehn ist es noch 36 Grad warm. Silvia macht zu „Funiculi Funicula“ noch ein paar Nachtaufnahmen. Drinnen (!!) am Canal Grande und am Markusplatz „unter blauem Himmel.“

Gerne hätte ich noch etwas Roulette gespielt, aber der Mindesteinsatz beträgt $10, was bedeutet, dass man mit mehreren hundert Dollars beginnen müsste. Das ist mir zu viel, Das ist Abzocke. Das ist eben Las Vegas! Wir sehen erstmals einen Juden mit Chäppli am Spielautomaten. Man sieht hier auch keine Kopftücher und auch nur sehr wenig Afroamerikaner. An den Spieltischen arbeiten sehr viele Asiaten. Auch davor sitzen viele Asiaten, die offenbar grössere Beträge einsetzen oder eben auch abgezockt werden. Es scheint mir hier alles etwas teurer, zwei Drinks 32$ ein Kamerapinsel 20$, doppelt so viel wie bei Wal-Mart, den es aber am Strip nicht gibt.
Wir genehmigen uns noch einen Schlummertrunk und betrachten, die vorbeispazierenden Leute. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Frauen mit den kürzesten Minijupes und den höchsten Absätzen, wackeln vorbei, dicke und ganz dicke, dünne und spindeldürre. Es wird Mitternacht und draussen noch 32 Grad. Wir gehen ins Bett.

Damit gehen unsere beiden „Ruhetage“ (das Auto blieb in der Garage) in Las Vegas zu Ende.
 

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