Williams – Kingman

Montag, 11. Juni 2012 – 48. Reisetag

Ash Fork

In diesem 500 Seelen Dörfchen finden wir heute Morgen die ersten Fotomotive. Ash Fork hat sich aufgrund der grossen Anzahl Steinbrüche und Steinhöfe in und um die Stadt selbst zum „Flagstone Capital of the World“ erklärt.

Crookton Overpass

Auf dieser Überführung über die Bahngeleise, machen wir einen Fotostopp und sehen wieder einmal, wie eine defekte alte Brücke einfach abgesperrt und ihrem Schicksal überlassen wurde, . Wir bleiben aber nicht lange. Wir sind keine „Train Spotter“ und das Gebiet ist voller Fliegen…

Seligman

Seligman ist natürlich der „Must Stop“ für alle Route 66 Reisende und ganz besonders für den Besuch in „Delgadillo’s Barbershop“ und im „Snow Cap Drive-In“.

Seligman würde ohne die Route 66 nicht bestehen. Und die „Historic Route 66“ würde ohne Seligman und seinen prominentesten Einwohner Angel Delgadillo nicht existieren. (Roger Naylor aus dem Buch Arizona: Kicks auf der Route 66)
Angel Delgadillo
delgadilloEr kämpfte dafür, dass der Ort nicht unterging, als der Highway gebaut wurde. Leider können wir Angel Delgado nicht sehen. Wir unterhalten uns mit seiner Tochter, die ihn am Telefon nicht erreichen konnte. Sein Schwiegersohn erklärte uns später, dass er gestern zwei Interviews mit dem japanischen Fernsehen und mit Arte hatte. Er ist 93 und völlig geschafft. Dann ziehe er jeweils das Telefonkabel aus und sei nicht mehr erreichbar. Dafür muss man Verständnis haben.
 „The Barber Shop“
Der Coiffure-Laden von Angel und Vilma werden heute von der zweiten Generation als Souvenir-Shop weiter geführt.

„Delgadillo’s Snow Cap Drive-In“

Juan Delgadillo, der 2004 verstorbene Bruder von Angel hat mit wenigen Mitteln 1953 sein „Drive-In“ gebaut. Um Aufmerksamkeit auf sein Restaurant zu lenken, zerschnitt Delgadillo das Dach eines 1930er Chevrolet-Hardtops, schmückte das Auto mit Farbe, Hörnern und verschiedenen Automobil-Emblemen und sogar einem künstlichen Weihnachtsbaum im Heck des Autos. Humor zeigte er auch bei der Beschreibung seiner Menues: „Cheesburger with cheese“ oder „dead chicken“ und in der Gestaltung seines Gartens. Sohn und Tochter  führen diese „Roadside Atrraction“ im gleichen Sinne weiter.

Rust Bolt

Die Aussenansicht dieses Souvenir-und Biker-Shops bleibt unvergesslich. Etwa 20 seltsam gekleidete „Showroom-Dummies“ (= Attrappen) stehen auf dem Gehsteig und auf dem Vordach. Nicht einmal der Grabstein fehlt für denjenigen der einmal sein Auto gestohlen hat

und ausserden

Diese Touristenattraktion wird zu gewissen Zeiten von asiatischen Reisegruppen mit Bussen völlig überrannt. Danach wird es wieder ruhig und man kann alles in Ruhe geniessen. Mit einer ganzen Anzahl interessanter Eindrücke ziehen wir weiter.

Grand Canyon Caverns

Schon nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir unser nächstes Ziel. Es soll sich um die grösste trockene Kalksteinhöhle in den USA handeln. Mit einem Lift fährt man 70 m hinunter. Danach folgt ein 45 minütiger Marsch auf einer geführten Tour über 3/4 Meilen. Unterwegs begegnet man einer Stelle, wo man sogar übernachten kann. Es ist eine interessante Tour, die uns aber nicht aus den Socken haut.

Peach Springs

In dieser Gegend überholen wir wiederholt einem einsamen Deutschen Radfahrer, der natürlich keine Zeit für Fotos einsetzt. Das Hauptquartier der „Hualapai Indian Reservation“ (Bild 6) befindet sich in einem aus Feldsteinen gebauten ehemaligen Handelshaus, das vor der Route 66 erstellt wurde. Hier kommen die Züge immer häufiger und immer näher und nun auch doppelspurig. Auch entdecken wir verschiedene Typen von Lokomotiven. Einige Standorte hier müssen paradiesisch sein für „Railway Spotter“. Silvia gelingt aus dem Auto sogar ein Schnappschuss mit sechs Lokomotiven.

Truxton

Nicht alle Appartments sind noch im Betrieb. Andere wurden renoviert. Bei „Cruz-N-66“ gab es leider kein Benzin. Also zurück zur „Truxton Station“ . Die Aufnahmen bleiben eigentlich nur als Erinnerung im Bericht. Der Tankwart schafft es offensichtlich, Durchreisenden einen zu hohen Preis für das Benzin zu verlangen. Die Erkenntnis kommt natürlich zu spät, wenn man das erst Stunden später kontrolliert…

Hackberry

Hackberry General Store ist unser nächster Halt. Es sieht zuerst aus wie eine alte Trankstelle, die sich aber als wahres Juwel von Sammelsurium erweist, mit allen nur erdenklichen Erinnerungen an die grosse Zeit der Route 66 ist. Das Prachtstück ist die rote Corvette  aus dem Jahre 1956.

Antares Curve/Kingman

Das Gebäude wird umgebaut, die Post ist wohl verteilt, Silvia schafft noch einen Schnappschuss mit sechs Lokomotiven, das Begleitfahrzeug erwartet den Radfahrer zur Fahrt hinunter nach Kingman, wo wir gegen sieben Uhr eintreffen, nach einem ereignisreichen interessanten Tag.

Der Empfang im „Hill Top“ Motel in Kingman „mit der besten Aussicht“ ist — abgesehen von der sehr schönen Werbetafel — eher enttäuschend. Der Besitzer empfängt uns in einem verschwitzten und verschmutzten Unterleibchen und findet anfänglich auch unsere Reservation auf seinem Computer nicht. 🙁 Wir wären nicht dort geblieben, aber wir haben reserviert. Das Zimmer ist einigermassen akzeptabel, abgesehen vom alten filzigen Teppich und von den Türspalten. Wir überleben aber die Nacht ohne grössere Probleme. Irgendwann gab es draussen Lärm und Türe zuschlagen. Das hat aber wohl weniger mit dem Motel zu tun, als mit den Gästen. Aber diese scheinen zum Motel zu passen. Einer Empfehlung folgend, fahren wir zum Essen auf die andere Strassenseite ins Dambar & Steak House. Auch dort werden zuerst die schlechtesten Tische verteilt… Wir wehren uns! Wir haben in Kingman eigentlich Besseres erwartet. 🙁

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