Flagstaff – Williams

Sonntag, 10. Juni 2012 – 47. Reisetag (2 Teil)

Lieber Leserinnen und Leser, liebe Route 66 Rowdies
Sie mussten sich lange gedulden, seit wir am 32. Reisetag in Winona die Route 66 verlassen haben und Richtung Utah abgebogen sind. Von Winona bis zum Ende Hwy 622, wo wir heute die I-40 überqueren und auf dem Hwy 790/Historic Route 66 unseren Weg nach Flagstaff suchen, haben wir ganze 6 Meilen der Route 66 verpasst und dies auf einer Frontage Road, von der es gar nichts zu berichten gibt.

Flagstaff

Unser erste Stopp am Stadtrand von Flagstsff ist beim „Museums Club“. Die grösste Blockhütte in Arizona, erbaut 1918, ist als „Roadside Attraction“ bezeichnet. Eher ein Anziehungspunkt für Musikfans zur Nachtstunde.

Railroad

Mitten durch die 65,000 Einwohner zählende, auf 2100 m Höhe gelegene Stadt. verläuft die transkontinentale Bahnlinie. Vom „Santa Fe Depot“ (Bild 2 – 4), heute „Chamber of Commerce“, Visitor-Center und Amtrack Bahnhof. Es gibttäglich Direktverbindungen mit dem Fernverkehrszug „Southwest Chief“ in Richtung Los Angeles und nach Albuquerque-Kansas City-Chicago. Die Züge und die Bahnübergänge gehören zum Leben in der Stadt.

Downtown

Die alte Route 66, die hier durch die Interstate I-40 ersetzt wurde, verläuft nur noch in einigen Abschnitten auf der Originalroute. Ein Bummel durch das „Downtown“ ist ein „must“. Auffallend sind die grossen Neons, die weit über die Dächer hinausragen. Ikonen sind das Grand Canyon Café (Bild 7), das seit 1945 in Familienbesitz war, und das berühmteste Hotel der Stadt (Bild 8 und 9), das am 1. Januar 1900 eröffnete „Weatherford“. Nach verheerenden Feuersbrunsten beschloss die Stadt im Jahre 1897 (!), dass alle Gebäude im Geschäftsbereich aus Ziegel, Stein oder Eisen gebaut werden sollten. In dieser schönen und freundlichen Stadt könnt man noch etwas verweilen.

Wir aber suchen den Weg aus der Stadt auf unsere Old Route 66, heute die I-40 BUS, die uns ausserhalb der Stadt auf die I-40 führt.

Bellemont

In diesem Ort gibt es in beide Richtungen noch „dead ends“ der Old Route 66, die wir erforschen.  Der Belag wird aber bei beiden Strassen immer schlechter. Die Löcher werden immer grösser. Auf der Ostseite fahren wir bis zur ehemaligen „Old Richfield Gas Station“, wo wir unsere Tour abbrechen.

Am Orsausgang finden wir ein weiteres Stück der alten Strasse, nachdem hier für die I-40 eine andere Routenführung gewählt wurde.

Brannigan Park

Wenig später führt uns die Reise durch eine landschaftlich sehr schöne Gegend. Im Hintergrund der „Fortynine Hill“, auf 2259 m.ü.M. der höchste Punkt in Arizona. Die Strasse ist in Privatbesitz und nur teilweise asphaltiert. Wir geniessen diese friedlliche Landschaft

Williams

Wir erreichen unser Tagesziel und damit die Stadt, der die Ehre zufällt, die allerletzte Route 66-Stadt zu sein, die von der Interstate umfahren wurde; dies am 13. Oktober 1984. Die Durchfahrt erfolgt auf zwei richtungsgetrennten Strassen. Von Ost nach West auf der E Rte 66, a.k.a. („also known as“/auch bekannt als) Historic Rte 66, E Bill Williams Ave, W Railroad Ave; 5 Namen für eine Strasse von 10 km. Von West nach Ost trägt die parallel geführten Strasse die gleichen Namen…Unser Bummel durch das Städtchen beginnt erst am frühen Abend. Viele Gebäude aus der Blütezeit der Route 66 sind schön restauriert und gepflegt. „Red Garter, Bed and Bakery“ (letztes Bild) ist wohl das ungewöhnlichste Gebäude, war es doch um 1897 ein Bordell!

Railroad

Williams ist auch der südliche Endpunkt der Grand Canyon Railway, die Besucher zum Grand Canyon Village führt. Eingesetzt werden Nostalgiewagons aus der Zeit um 1880.Wir verfolgen die Einfahrt des Zuges aus dem Grand Canyon und sehen, wie eine alte Dame auf ihrem elektrischen Rollstuhl mit der Hebebühne aus dem Zug geladen wird. Die Sauerstoffflaschen waren kein Hindernis für den Besuch im Canyon. Auch das ist Amerika!

Nightlife

Irgendwann wird am Abend die eine Strasse abgesperrt und es findet eine Weastern Show ab. Die ganze Vorstellung ist aber doch etwas gar banal und wir ziehen nach einem anstrengenden Tag auf die Terrasse im Pizza-Restaurant. Es wird merklich kühl. In unseren Motel hat es auf dem Vorplatz einen Wintergarten, der mit zwei elektrischen Feuerstellen geheizt wird. Aus einem Fass darf Freibier ausgeschenkt werden! Wir geniessen einen Schlummertrunk.

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