Cuba – Springfield Mo

04.05.2012. 10. Reisetag, 2. Teil

Fanning

Ein Stopp natürlich auch beim US 66 Outpost and General Store, wo der am 1. April 2008 (April Fool’s Day) errichtete ”Giant Rocking Chair“ steht. Bei unserem Besuch 2012 war dieser Schaukelstuhl noch “The world largest chair“ (über 12 m hoch).

  • Sogar über die grössten Stühle wird in Amerika Buch geführt. Der Stuhl in Fanning ist heute „nur“ noch der zweitgrösste Stuhl…
  • 10. August 2016: Fanning 66 Outpost: Gemäss Route 66 News haben die Besitzer nach neun Jahren aus wirtschaftlichen Gründen ihr Geschäft geschlossen.
  • Mein Foto ist nicht mehr aktuell. Der Stuhl wurde 2015 neu rot gestrichen und umgetauft: „Route 66 Red Rocker“.

Rolla

Vor der Stadt passieren eine Maulesel-Tabak-Scheune mit einem Big Hillybilly Giant. Eine günstige Einkaufsgelegenheit? Wir verzichten aber auf einen Besuch. Ebenso bei den Toten Pole Antiquitäten bei der Ausfahrt aus der Stadt.

Mitten in der Stadt steht eine interessante modifizierte Stonehenge Replika, der Universität Missouri. Sie hat die halbe Grösse des Originals und wurde aus 160 Tonnen Granit geschnitten.

Ein eher merkwürdiger Halt nach etwa acht Meilen nach Rolla: An einem “dead-end-stretch“ von alten Linienführungen, die verlottern und darauf hinweisen, dass die Strassen in diesem Gebiet zweimal verlegt wurden: Hier steht das Vernelle’s Motel, das aus den 30er Jahren stammt und an diese Zeit ohne E-Mail, ohne Mobil-Telefone und ohne Fernbedienung erinnert. Eine merkwürdige Stimmung. Wir sind nicht unglücklich, dass wir hier keinen Leuten begegnen. Wer haust wohl hier?

Gleich daneben ein eher traurig stimmender Geisterort. Hier stehen oder standen ”John’s Modern Cabins“ befinden. Sechs Blockhütten, die seit Jahren leider still in sich zusammenfallen.

Jerome

In Jerome suchen wir die Skulptur „Trail of Tears“, die an den Cherokee-Trail von 1830 erinnert. Wir finden den Eingang erst nach längerem Suchen und nach einer Rückfrage mit Frauen, die in der Gegend auf einem Trödler-Markt auf einer Wiese ihre Waren verkaufen. Das Grundstück ist abgesperrt und verwildert. Nachdem auch nicht unbedingt ein direkter Zusammenhang mit der Route 66 besteht, verzichten wir auf weitere Erkundigungen. Bei unserem Besuch fehlte nur der linke Arm der Skulptur. Mittlerweile soll auch der Kopf verschwunden sein.

Dieses Denkmal geriet etwas in Vergessenheit, seit Larry Bagett im Jahr 2003 starb. Viele der Statuen wurden zerbrochen oder gestohlen. Das Haus wurde vandalisiert.
Wie „KY3“ berichtet, kaufte Marie Ryberg das Land. Als sie nach 21 Jahren im Militärdienst in den Ruhestand ging, machte sie es zu ihrer persönlichen Aufgabe, ein Vermächtnis zu hinterlassen. Sie will das Denkmal reparieren und zu einem den Ort zum Nachdenken und Lernen ergänzen und gestalten. Ryberg hofft, das Denkmal im Frühling 2018 für Besucher wieder zu öffnen. (28.11.2016)

Devils Elbow

Das Devils Elbow BBQ ist eher etwas enttäuschend, ist aber ein idealer Treffpunkt für die Biker. Das Gebäude und die Umgebung wirken nicht besonders gepflegt. Vielleicht ist noch nicht Saison. Wohl hängen in der Bar die Decken voller BH’s, teilweise schon seit 20 Jahren und etwas etwas muffig. Hier darf eben noch geraucht werden. Schön drapiert sind die Toiletten.


Unmittelbar daneben ist die 1923 gebaute und etwa 180 m lange Devil’s Elbow Bridge, die befahren wird, aber still vor ich hin rostet. Fotoaufnahmen von unten sind schwierig und auf der anderen Seite des Flusses nicht möglich. Wir wurden von starkem Hundegebell vertrieben. Es wird geschrieben, dass die Struktur noch in Ordnung sei, doch der Rost dominiert. Der Big Piney River macht hier einen scharfen Bogen, was zu vielen Unfällen auf dem Fluss führte. Daher der Namen.

In nur sieben Monaten wurde die Brücke saniert und im Mai 2014 wieder für den Verkehr freigegeben. Ein Dank gebührt den verschiedenen Beteiligten, die eine Sanierung möglich gemacht haben. Fast schade eigentlich. Die Brücke sieht nun wieder neu und modern aus. Ein bisschen Rostfarbe hätte mir doch noch gefallen.

Im Dorf ist Sheldon’s Market and Post Office ein begehrtes Fotoobjekt, ebenso der Vista Point, von wo man einen schönen Blick auf eine alte Eisenbahnbrücke hat. Auch eine Schildkröte geniesst die Historic Route 66!

Roamin Rich ist im April 2016 mit seiner Drohne über die restaurierte Devils Elbow Bridge geflogen.

Hooker Cut

Wir fahren nun weiter auf dem Hooker Cut, der ersten vierspurigen Autobahn, die 1941-1945 für Militärverkehr gebaut wurde und bis 1980 in Betrieb war. Diie Strecke wird fälschlicherweise oft als „abandoned“ bezeichnet, als nicht mehr im Betrieb. Sie ist heute sogar offiziell als „Historic Missouri U.S. 66 Byway signalisiert. Erstaunlicherweise ist die Strasse noch immer in guten Zustand, wenn man berücksichtigt, dass sie nicht mehr unterhalten wird. Ein einheimischer Gewerbler mit einem Anhänger überholt uns, hält an, blockiert die Strasse, steigt aus, kommt auf uns zu und will wissen, weshalb wir ihn fotografiert hätten. Er ist beruhigt, als er erfuhr, dass wir nicht ihn im Visier hatten sondern die Strasse mit dem Highway im Hintergrund.

Waynesville

Der Frog Rock, eine bemalte Steinskulptur am Abhang neben der Strasse ist nicht zu übersehen.

Im Städtchen herrscht Wahlkampf und für uns ging es wieder einmal zum Tanken. Der freundliche Tankwart, der auch noch die Scheiben reinigte, führte zu meiner Bemerkung, dass ich eigentlich das ganze Auto waschen müsste. Ohne Zögern lotste mich der Tankwart  in eine Waschbox und offerierte eine Autoreinigung. Anstelle der bei uns üblichen Bürsten fuhren Wasserstangen um das Auto herum. Unser Auto glänzte wieder! Nicht einmal ein Trinkgeld wollte er annehmen, das wäre eine Beleidigung. Mit einem ”god bless you“ verliessen wir winkend den Ort. Über die mehrbogige, 1923 gebaute Brücke ging es über den Roubidoux River und vorbei an einer schön restaurierten Tankstelle, in der sich heute ein Blumengeschäft findet. Dann weckt eine grosse Reklametafel unsere Aufmerksamkeit: Mit einem Kegel wird für einen Erwachsenenladen Werbung gemacht. Was ein Kegel mit Sex zu tun hat, haben wir nicht erforscht, zumal beides nichts mit der Route 66 zu tun hat. Gut kann man überall einkaufen und picknicken.

Hazelgreen

Wir bestaunen die interessante „Gasconade River Bridge“, eine 1923 gebaute „Three thru-truss-spans plus a small Pony truss“ (Ausleger) Brücke.

Im Dezember 2014 schloss das MoDOT (Missouri Department of Transportation) die 90jährige Brücke. Eine längere Inspektion hat ergeben, dass sich deren Zustand drastisch verschlechtert hatte. Proteste der Route 66-Anhänger haben nun dazu geführt, dass die Behörden nicht mehr von einem Abbruch und Ersatz sprechen. Die Situation ist brisant, weil diese Strecke eine Umfahrung bei einem Problem auf der Interstate I-44 ist. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Lebanon

Am frühen Nachmittag erreichten wir Lebanon. Leider war es noch viel zu früh, um im berühmten Munger Moss Motel einzukehren. So beschränkten wir uns auf eine Aufnahmen des Motels und des daneben liegenden Wrinks Market, der 1946 gebaut wurde. In der örtlichen Bibliothek hat es ein Museum, das man aber getrost vergessen kann, denn es werden auf unserem Weg noch bessere kommen.

Update vom 17.06.2017: Neues Mural enthüllt
Im Rahmen des Lebanon Route 66 Festivals im Boswell Park wurde ein zweites Mural enthüllt.
Das Wandbild zeigt einen 1929 Texaco Tanklastwagen, der die Gasconade River Brücke im östlichen Laclede County überquert. Es wird sich dem vorher enthüllten Wandbild eines 1957 Chevrolet Fahrers Route 66 am Eingang zum Libanon anschliessen.
Ein drittes Wandgemälde wird im Laufe dieses Jahres enthüllt werden bei einer Zeremonie, bei der die Nelson-Familie – die Pioniere der Lebanon-Route 66 – geehrt wird. Die Wandbilder sind das Ergebnis einer Partnerschaft zwischen der „Lebanon-Laclede County Route 66 Society“ und dem „Lebanon Parks and Recreation Department“.

Marshfield

Manchmal ist es nicht einfach, den richtigen Weg zu finden, vor allem wenn man von der Route 66 abweicht. Nach der Weiterfahrt durch sanfte Hügel und grüne Wälder erreichten wir Marshfield, wo beim Webster County Courthouse ein Hubble Space Telescope Replica steht. Nach Pisa, Stonehenge ist das Teleskop das dritte Replikat auf unserer Reise.

Springfield Mo

Wo soll man übernachten? Im Motel mit dem grössten Neon? Auf alle Fälle sollte man nicht zu spät mit der Suche beginnen. Wir entscheiden uns für das Best Western Rail Haven und haben grosses Glück. Es sind gerade noch zwei Zimmer frei. Ein Behindertenzimmer und eine Jacuzzi Suite. Wir überlassen das Behindertenzimmer den anderen.

Wir finden einen Best Buy Geschäft – mit unserem Garmin-Navi, das plötzlich wieder funktioniert – und erklären unser Download-Problem für den in Chicago gekauften Hotspot, der nach gut 1 ½ Sunden von einem Computerspezialisten nach telefonischer Rückfrage mit Verizon und einem Kauf einer neuen Karte zu funktionieren scheint. Das nennt sich Kundenservice! Danach gibt es im neben dem Hotel gelegenen Restaurant noch ein spanisches Dinner unter Sternenhimmel.

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