Farmington NM – Chinle AZ

Montag, 21. Mai 2012 – 27. Reisetag

Shiprock

Oberhalb von Farmington fotografieren wir nochmals Hoodoos. Weiter erreichen wir nach einer halbstündigen Fahrt den Ort Shiprock, der seinen Namen von einer etwa 480 Meter hohen Felsformation hat. Dieser Inselberg zieht uns in seinen Bann. Es ist ja auch die wichtigste Sehenswürdigkeit im Nordwesten von New Mexico. Wir glauben, dass wir die „Kathedrale“, oder den „Felsen in Gestalt eines Schiffes“ schon einmal in einem Film gesehen haben. In der Sprache der Navajos heisst der Berg „Tse Bida ‚hi“, was so viel bedeutet wie „Fels mit Flügeln“. In der überlieferten Geschichte heisst es, die Navajos seien von einem angreifenden Volk auf den Felsen geflohen, der hätte seine Flügel ausgebreitet und die Menschen weit weg in Sicherheit gebracht. Wer den Berg aber zurückgeholt hat, ist nicht bekannt. Nach weiteren 12 Meilen sind wir schon recht nahe am Felsen. Die interessante Sicht ist allerdings durch Stromleitungen eingeschränkt und das Gebiet ist abgesperrt. Reiseberichte empfehlen, sich mit geeignetem Fahrzeug den Vulkanschlot aus der Nähe anzusehen. Also versuchen wir auf gut Glück, uns auf einer nicht abgesperrten Naturpiste – einer Felsformation entlang – dem Berg zu nähern. Als der Weg immer rumpliger und die Löcher immer grösser werden, verzichten wir auf eine Weiterfahrt und kehren um. Mittlerweile haben die Navajos anscheinend das ganze Gebiet rund um den Felsen für Fremde weiträumig völlig abgesperrt.

Four-Corners-Monument

Eine knappe Stunde später erreichen wir Arizona und das Four-Corners-Monument. Es ist der einzige Ort, wo vier US-Bundesstaaten zusammenkommen: New Mexico, Arizona, Utah und Nevada, leider etwas mickrig angeschrieben.  Das Monument ist eigentlich schnell angesehen und das richtige Foto geknipst, mit den Händen und Füssen gleichzeitig in vier amerikanischen Bundesstaaten stehend. Ein interessantes Detail: Die Granitplatte trägt eine im Kreis angeordnete Inschrift. Bei jedem der vier Staaten stehen zwei Worte: Here meet – in freedom – under God – four states. Hier treffen sich in Freiheit unter Gott vier Staaten. Je nach Startpunkt ergeben sich drei weitere Lesemöglichkeiten: In freedom – under God – four states – here meet / Under God – four states – here meet – in freedom / Four states – here meet – in freedom – under God. Darum herum Indianerkioske, die ihre Schmucksachen, Souvenirs und Brot verkaufen. Ja und wenn man nun schon so weit her gereist ist, entrichtet man für das Gesehene auch noch einen Eintritt von fünf Dollars. So wird der Stopp zu einem Picknickhalt. Böse Zungen behaupten allerdings, der genaue Punkt zwischen den vier Bundesstaaten liege ungefähr 2 1/2 Meilen weiter weg… Auf weitere Passagen und Details zu den weiteren Bundesstaaten werden wir auf unserer Reise auf der Route 66 später noch zurückkommen.

Rock Point

Ein Ort an der rund 100 Meilen langen Strecke auf der US-160 W und der US-191 S südwärts durch Arizona Richtung Chinle, durch eine landschaftlich abwechslungsreiche Gegend. Wir kurven meistens um faszinierende rote Berge herum. Beim ersten Berg, der sich uns bereits nach sechs Meilen in den Weg stellt, ist der Namen des Ort in den Fels gemeisselt, bei dem wir abbiegen müssen. In der Gegend um Rock Point stehen einige Felsen, die allesamt abgesperrt und weder zugänglich, noch angeschrieben sind. Wir glauben, dass es sich um den „Red Rock Fin“ (Bild 3) danach und den „Wale Rock“ (Bild 4), den Walfisch Felsen handelt. Später bestaunen wir noch den „Round Rock“ (Bild 7).

Chinle

Weniger als zwei Meilen vom Eingang des Canyons de Chelly (ausgesprochen: de tsche) entfernt, liegt Chinle. Hier und im Canon gibt es neben zwei Campingplätzen ganze  zwei Hotels, die zusammen über 174 Zimmer verfügen und auch ausserhalb der Hochsaison immer gut ausgebucht sind und es ist schwierig, ein Zimmer für zwei aufeinanderfolgende Nächte zu reservieren. Obwohl wir mehrere Monate vor der Reise gebucht hatten, mussten wir unser Reiseprogramm ändern und der Verfügbarkeit dieser beiden Hotels anpassen. Nach mehreren Telefongesprächen mit der Thunderbird Lodge war uns dies noch gelungen und wir erhielten  eine Bestätigung.

Canon de Chelly National Monument (I)

Der Name „de Chelly“ ist abgeleitet von „Tséyi“, was in der Sprache der Navajo „Felsschlucht“ bedeutet. Wir nutzen die tolle Abendstimmung, um auf dem „South Rim Drive“ noch verschiedene Aussichtspunkte anzufahren. Wir beginnen mit dem am weitesten von der Lodge entfernten, aber wohl wichtigstem Punkt, dem „Spyder Rock Overlook“ (Bild 2 und 3). Es sind immerhin gegen 30 km Fahrt auf der gut ausgebauten Strasse, die sich aber gelohnt hat.. Der Ausblick auf den „Spyder Rock“ ist phänomenal. Der nächste Stopp ist beim „Face Rock Overlook“ (Bild 4 und 5). An jedem Stopp präsentiert sich der Canyon etwas anders, so am „Sliding House Overlook“ (Bild 6 und 7) und am „Junction Overlook“ (Bild 9 – 12). Wir werden morgen Gelegenheit haben, uns den Canyon auf einer Tour noch genauer anzusehen.

Beim Abendessen unterhalten wir uns mit einem Deutschen Ehepaar, das stolz berichtet, dass sie die Route 66 fahren; heute hier, morgen im Death Valley und dann San Francisco. Keiner dieser drei Orte hat etwas mit der Route 66 zu tun. Sie wissen auch nicht, warum sie hier sind und was es eigentlich noch zu sehen gäbe. Ihr Reisebüro hat ihnen nichts gesagt… Wir empfehlen ihnen, am Abend noch auf das Rim hinaufzufahren und einige Eindrücke aufzuschnappen. Wir haben sie nicht mehr gesehen. Sie sind frühmorgens wohl Meilen bolzend weitergefahren…