Tucumcari – Las Vegas NM

Montag, 14. Mai 2012 – 20. Reisetag

Wir verlassen Albuquerque in Regenmontur auf der alten Route 66. Nach einer engen Kurve führt diese plötzlich durch einen schmalen Tunnel unter der I-40 durch, den man bei Regen nicht befahren sollte. Es regnet ja nicht mehr. Wir versuchen es und schaffen es bis in die Mitte und in einem zweiten Anlauf auch noch durch den zweiten Tunnel. Jetzt verstehen wir was es heisst, „don’t use flooded or muddy“. Später folgt noch ein weiterer Tunnel. Die Route 66 fiel in dieser Gegend teilweise dem Bau der Interstate zum Opfer und teilweise ist sie nicht mehr befahrbar. Dann wir sie wieder zur Service Road, umsäumt von vielen teilweise zerfallenen oder verlassenen Häusern. Oder sie endet auf Privatland, das nicht befahren werden darf.

Santa Rosa

Route 66 Auto Museum

Es ist nicht zu übersehen. Ein gelber Oldtimer auf einer hohen Stange lädt zu einem Besuch ein. Ein absoluter „must stop“! James „Bozo“ Cordova und seine Frau Anna besitzen die Bozo’s Garage mit Abschleppdienst. Seite 1998 betreiben sie auch ein Museum, in dem sie die selber restaurierten Oldtimer dem Publikum zeigen. Über 30 schön überholte Fahrzeuge und eine ganze Anzahl von Erinnerungsstücken aus früheren Zeiten erfreuen das Auge. Das Museum wird von allen Besuchen gelobt, bis auf einen, anonym in einem Reiseblog, dem fünf Dollar Eintritt zu viel waren. Die frei zugänglichen Fahrzeuge vor dem Museum haben diesem Reisenden genügt. Er hat etwas verpasst! Wohl deshalb auch, weil er seine Reise nicht so sorgfältig geplant hat.

→ Ergänzende Bilder zum Route 66 Auto Museum

„Blue Hole“

In Santa Rosa NM hat es verschiedene natürliche Quellen. Jede davon bildet einen kleinen See. Der berühmteste See ist das „Blue Hole“, das wir trotz Strassensperrung über ein Fabrikareal erreichen. Es ist nicht gross, aber 25 Meter tief und hat glasklares Wasser.

Nach einer Stärkung und einem letzten Blick zurück fahren wir noch einige Meilen weiter auf der I-40. Dann biegen wir nach Norden ab auf die I-84. Wir wollen ja die Route 66 auf dem Weg nach Santa Fe verfolgen. In zügiger Fahrt fahren wir etwa 50 Meilen über Land, ohne interessante Fotoobjekte zu sehen. So bleibt Zeit für das Studium der Wolken und der Natur. Der Regen hat endlich aufgehört, das Wetter scheint besser zu werden. Die Landschaft verändert sich. Die Strasse steigt an und wir nähern uns den Bergen. Wir erreichen die I-25 und beschliessen, von der Route 66 abzuweichen Es sind nur noch sechs Meilen nach Las Vegas, New Mexico.

“Rio Pecos Ranch Truck Terminal“:

rio-pecos-ranch-truck-terminalWie „Route 66 News“ am 27.11.2016 berichtet, wurden die beiden weissen Gebäude im Hintergrund – das Restaurant und der Terminal – des lange geschlossenen Truck Terminals abgebrochen. Das Rio Pecos Schild und die historische Garage bleiben besehen und sollen renoviert werden.
Auf unserer Reise waren wir nach dem Besuch im Route 66 Auto Museum wohl derart begeistert, dass wir diese Gebäude auf der Fahrt wohl zu wenig beachtet haben.

Las Vegas, New Mexico

Die auf 1958 m.ü.M. gelegene Stadt ist absolut sehenswert. Route 66 Reisende, die über genügend Zeit verfügen, sollten diesen Ort unbedingt besuchen. Die Stadt hat über 900 (!)Gebäude, die im „National Register of Historic Places“ registriert sind! Zahlreiche Filme wurden hier gedreht.

Wir suchen ein Zimmer im „Historic Plaza Hotel“, dem führenden Haus in der Stadt. Nur wenige Minuten vor unserer Ankunft ist offenbar die Empfangsdame ausgefallen. Sie wird durch die „Food and Beverage“ Managerin vertreten, die sich zuerst mit dem Computer vertraut machen muss. Mit verschiedenen telefonischen Rückfragen dauert es unendlich lange, bis sie uns ein Zimmer zuteilen kann. Dafür haben wir Glück. Wir logieren im schönsten Zimmer. Es sind eigentlich zwei Zimmer, ein grosses und ein kleines. Wie wir beim Check out am nächsten Morgen an der Rezeption beim Herr im Frack (!) erfahren, war es die „Honeymoon Suite“ (Bild 2). Beim Nachtessen im Hotel kann die Küche unsere Erwartung nicht erfüllen. Ein Rindsfilet schicken wir an den Koch zurück. Das zweite Stück Fleisch, das serviert wird, hat wenigstens die Form eines Filets. Unser Auto bleibt vor dem Hotel. Es sei dort sicher, weil der Platz Tag und Nacht von der Polizei bewacht werde. Auch kennt das Hotel Free Wi-Fi, aber offenbar surfen so viele, dass ich keine Verbindung erhalte.

Auf unserem Nachmittagsrundgang bei nunmehr strahlendem Sonnenschein haben wir uns im Sinne eines halben Ruhetages zu Fuss im „Historic Old Town Plazta & Bridge Street umgesehen, in dem sich das „Plaza Hotel“ befindet (Bild 1 und 2).

Im „Historic Railroad District“ sind verschiedene Gebäude aufgefallen. Bei der „Amtrak Station“ (Bild 1 und 2) haben wir den einzigen täglichen Zug verpasst. Abfahrtzeit ist 03:03 Uhr! Ankunft in Chicago genau 24 Stunden später. „La Castaneda“ (Bild 4) ist ein geschlossenes Hotel, das irgendwann renoviert werden sollte.

„La Castaneda“ Hotel:  Wie dem „AlbuquerqueJournal“ vom 3. Juni 2016 zu entnehmen ist, haben die Finanzbehörden mehrere Anträge für ein Darlehensgesuch für die Restaurierung dieses Hotels abgelehnt. Die Schwierigkeiten scheinen dadurch entstanden zu sein, dass das Gesuche mit einer Renovation des La Plaza Hotels verbunden ist. Es scheint, als ob jemand bei den Behörden dieses Projekt nicht mag.