Chicago River und Navy Pier

3. Reisetag – Freitag, 26. April 2012

Entgegen der Wetterprognose, die Regen vorausgesagt hatte, begrüsst uns blauer Himmel, der zu einer „Architectural and Historical boat tour“ einlädt, die von der Chicago Sun-Times mit den Worten gepriesen wird:

„Without Question the best architectural tour available in Chicago; witty, informative, engaging.“

Die anderthalbstündige Rundfahrt hält, was sie verspricht. Auf dem Chicago-River unter einer Vielzahl von Brücken durch und an interessanten Bauten vorbei. Geniessen Sie ein paar Eindrücke von der Rundfahrt.

Besonders fasziniert hat uns zuerst der 2009 eröffnete 98-stöckige und komplett verglaste „Trump International Hotel and Tower“ (Bild 2), das zweithöchste Gebäude Chicagos. Es passt zu Trump, dass er dort ursprünglich die Idee hatte, den grössten Turm der Welt zu bauen…

Im gleichen Jahr wurde auch das 86 Stockwerk zählende Gebäude Aqua eröffnet, ebenfalls mit Wohnungen und Hotel. Ganz besonders begeistert hat mich das an „Wasser“ angelehnte Design mit der wellenförmig gestalteten Fassade (Bild 3). Das Gebäude wurde denn auch mit einem „Award“ ausgezeichnet.

Natürlich darf der Willis Tower (bis 2009 Sears Tower) nicht unerwähnt bleiben (Bild 11). Es war nach der Vollendung im Jahr 1974 mit 442 m das höchste Gebäude der Welt (mit Antenne 527 m). Ein Besuch ist beim ersten Besuch in Chicago ein absolutes Muss. Wir waren bei diesem Besuch darauf verzichtet. Wir waren ja früher schon (längere Zeit!) oben.

Auf der ganzen Fahrt bläst uns der Wind eisig ins Gesicht und Silvia meinte, dass wir den ganzen Winter hindurch nie so gefroren hätten. Dafür war uns die Sonne hold. Unser nächstes Ziel:

Der Navy Pier

Der Navy Pier ist eine etwa einen Kilometer lange Seebrücke im Michigansee und die grösste Touristenattraktion in Chicago, mit einem fast 50 m hohen Riesenrad, mit Theater, Museen, Shoppingarkaden, Restaurants, Parks, Gärten und einem Auditorium mt zwei Türmen am äusseren Ende.

So eilten wir nun schnurstracks zum Pier, wo wir uns zuerst in einer Bar mit einem Kaffee und einem doppelten Cognac aufwärmen. Es ist wohl das erste Mal, dass uns beides in einem Plastikbecher serviert wurde…

Wieder aufgewärmt wagten wir uns wieder ins Freie, wo es nur wenige Leute hatte. Auch auf dem Pier ist noch nicht Saison. Wir sehen uns trotzdem um. Ein Foto des Ankers des Militärkreuzers USS Chicago darf nicht fehlen.Dann zieht es uns wieder ins Gebäude. Zuerst in „The Crystal Gardens“, einem sechs Stockwerke hohen Glasatrium mit einem indoor botanical garden mit über 80 Palmen.

Nachdem einem Rundgang durch das Museum mit Bierglasfenstern verlaufen wir uns. Im zweiten Stock stehen wir plötzlich Mitten in einem Restaurant, im Riva Crabhouse, mit sehr gepflegter und einladender Ambiente. Wir bleiben und geniessen den Blick auf das lebhafte Treiben auf dem Pier und die ein- und ausfahrenden Schiffe. Wir beginnen mit „Oysters on the half, Cockenoe von Cockenoe Island, Connecticut, mild flavor, smooth, kiwi aftertaste und Blue Point von Long Island, Connecticut, „fruity, mild, clean aftertaste.“ Wir wählen zwei verschiedene Fische, Whitefish vom Lake Erie und Pike vom Lake Superior. Der erste gefällt, der zweite ist etwas gewöhnungsbedürftig. Den Chardonnay von Beringer kannten wir natürlich. Der Schokoladekuchen zum Dessert war des Guten zu viel, er hätte für sechs Personen gereicht.

Auf der anschliessenden Shopping-Tour beschaffen wir uns bei Garmin ein Navigationsgerät und ein Tracking-Gerät und später noch einen UV-Filter für die Kamera. Danach sind wir vom vielen Herumlaufen so geschafft, dass wir gegen sechs Uhr ins Hotel zurückkehren. Es läuft gar nichts mehr, als das Tagebuch nachführen und Ordnung in unsere mittlerweile schon gesammelten Papiere bringen.