Page – Lake Powell

Sonntag, 27. Mai 2012 – 33. Reisetag

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Dieser Ort ist im nördlichsten Zipfel der Wüste Arizonas gelegen und wurde erst 1957 gegründet. Mit dem Baubeginn des Glen-Canyon-Staudamms musste eine Siedlung für die Bauarbeiter geschaffen werden. Der Ort zählt nur etwa 6,000 Einwohner und einer geschätzten Anzahl von drei Millionen Besuchern pro Jahr. Mit über 20 Motels und Camping-Plätzen ist ein gut besuchter Ferienort entstanden und eine Drehscheibe am Lake Powell, als Ausgangspunkt für eine ganze Anzahl nahe gelegener Canyons, National Parks und anderen interessanten Orten, die wir in den kommenden Tagen auch besuchen werden. Es empfiehlt sich, in Page unbedingt ein Motel Zimmer im Voraus zu reservieren. Wir wohnen im Holiday Inn Express Page-Lake Powell.
Wir stehen vor einer zehntägigen Rundfahrt durch Utah und wollen nach der Rückkehr in Page eine Reservation für die Foto Tour in den Antelope Canyon buchen. Wir versuchen es bei „Antelope Canyon Tours Inc.“ am 22 S Lake Powell Blvd. Leider ist bereits alles ausverkauft. Am 5. Juni wären noch zwei Plätze frei, doch während ich im Reservationsbüro überlege und über eine Routenänderung nachdenke, werden auch die letzten beiden Plätze vor unserer Nase weg verkauft. Die junge Mitarbeiterin kaut an einem Eisklotz und die ältere meint recht unfreundlich, ich hätte eben früher reservieren müssen. Alle Hinweise auf die weite Anreise aus Europa helfen nichts. Kein Rat. Keine Empfehlung. Nichts. Es sei alles ausverkauft, werden wir abgeputzt. ;-( Ich erinnere mich, im Hotel in einer Broschüre gelesen zu haben, dass noch ein anderer Operator Fototouren anbietet. Also zurück ins Hotel und wieder los. Das Büro der „Antelope Slot Canyon Tours“ befindet sich neben einer Tankstelle, an der gleichen Strasse, genau gegenüber dem Büro, wo wir es zuvor versucht haben. Ich liebe nun die einen Indianer noch mehr! Wir haben Glück und buchen die beiden letzten Plätze! 😉 Auch hier Navajo-Indianer, aber freundliche. Nur sprechen diese offenbar nicht miteinander. Ich erhalte später den Eindruck, dass die sich gar noch bekämpfen. So buchen wir für den Nachmittag gleich noch eine Bootsfahrt.
„Glen Canyon Dam“ und „Lake Powell“

Mit dem Bau dieses Damms ist der zweitgrösste Stausee der USA entstanden. Die Staumauer ist 216 m hoch. Die Mauerkrone ist 475 m lang. Mehrere Bundesstaaten werden von hier aus mit Energie versorgt. Die Glen Canyon Dam Bridge ist 213 m hoch und hat eine Spannweite von 313 m. Sie wurde 1959 eröffnet für Materialtransporte zum Staudammbau. Wir starten mit einem Besuch des Visitor Centers. Auf den Aufnahmen sieht man die hellen Felsfarben am Ufer. Bei  unserem Besuch lag der Seespiegel auf einen tiefen Niveau als Folge einer längeren Trockenperiode.

Die 1½-stündige Bootstour auf dem See führt unter anderem zum Damm und in die schmalen Seitenarme in den „Antelope Canyon“. Fantastische Landschaften! Ein Genuss! Der Ruhetag ist gerettet.

„Horseshoe Bend“

Am späteren Nachmittag besuchen wir noch diesen Aussichtspunkt. Ein Muss! Garmin, unser Navi scheint diesen Ort offenbar nicht zu kennen und meint, er sei 1500 km entfernt. Das wäre doch etwas zu weit. Wir finden die Abzweigung und erhaschen sogar noch einen Parkplatz. Hunderte von Leuten klettern zuerst auf einer Sanddüne hoch und dann auf der anderen Seite wieder hinunter bis zu einer schräg abfallenden, absolut ungesicherten Felsplatte. Wir finden die einzige Stelle, von wo aus man den Colorado River in voller Länge sehen kann, wie er rund 300 m weiter unten um einen Felsen herum fliesst. Man muss sich dazu auf die Steinplatte legen und die Kamera nach unten richten. Silvia ist die einzige, die den Mut und das Wissen hat, dort und in der grellen Abendsonne zu fotografieren.

Diese Heldentat verdient zum Ausklang eines ruhigen und schönen Tages einen Abschluss in einem schönen Restaurant bei einem guten Filet Mignon. Damit feiern wir auch den Abschluss der ersten Hälfte unserer Reise. Wir werden erst viel später merken, dass der zweite Teil unserer Reise viel schneller vorbeigeht, als der erste Teil.