Amarillo – New Mexico Border

Sonntag, 13. Mai 2012 – 19. Reisetag, 2. Teil

Bushland und Eldorado

Vom Abstecher in den Palo Duro Canyon geht es wieder zurück Richtung Amarillo und auf die Route 66, die als Service Road zur Interstate 40 dient; vorbei an Getreidesilos, zerfallenen Tankstellen und verlassenen und verlotterten Häusern.

Vega

Es sind eigentlich schon die üblichen Bilder. Ein Getreidesilo, ein Trödlermarkt und danach die verlassene „Wildorado Trading Post, Station and Old Hichin‘ Post Cafe“, darauf die schön renovierte Magnolia Tankstelle. Im Dörfchen ein Mini-Museum neben einem Dead End der älteren Strasse, die über privates Land führt und nicht mehr befahren werden darf. Beim Dorfausgang zwischen Spuren von früheren Aktivitäten das Vega-Motel, das noch aktiv betrieben wird.

Boot Hill Saloon & Grill: Wie „Route 66 News“ vom 10.11.2016 zu entnehmen ist, wird dieses Gebäude – das wir in unserem Reisebericht nicht mit Foto festgehalten haben – nach der Wiedereröffnung nicht mehr als Restaurant betrieben werden.

Landergin

Der Belag wird rauher auf der Service Road und noch rauher ist es in Landergin. Der Ort zählt zu den „Ghost Towns“. Wirklich wenig, was hier übrig geblieben ist.

Adrian

Wir erreichen, der 150 Seelen Ort, der für die „Route 66 Travelers“ eine ganz besondere Bedeutung hat. Der Ort bildet den geografischen Mittelpunkt der alten Streckenführung der Route 66. Es sind genau 1‘139 Meilen zum Anfangs- wie zum Endpunkt der Mother Road.

Midpoint Café

Ein weiterer Höhepunkt! Mit der Ankunft beim „Midpoint Café“ haben wir die halbe Strecke der Route 66 von Chicago nach Santa Monica hinter uns. Das Midpoint Café ist ein absoluter „must stop“. Die traditionelle „Ugly crust pie“ Kokosnusstorte gehört dazu. Entgegen dem vorauseilenden Ruf schmeckt sie allerdings vorzüglich. Die neuen Besitzer, Dennis und Donna, haben das Restaurant erst kurz vor unserer Reise übernommen und am 22. März 2012 wieder eröffnet. Dennis, der früher als Ingenieur tätig war, hat umgesattelt und das Leben seiner Familie etwas verändert. Mittlerweile arbeitet auch die Tochter im Betrieb. Wir gratulieren herzlich zur freundlichen, zuvorkommenden und kompetenten Betriebsführung.

Im Frühjahr 2016 hat Dennis einem Britischen Paar geholfen, deren Kind hatte einen Route 66 teddy bear auf einem Flug verloren hatte. Dieser war nicht mehr im Verkauf. Mit Hilfe des Herstellers konnte Dennis ihn ersetzen. Die ganze Story hier: Ron Warnick in Route 66 News vom 18. März 2016, die Silvia und ich kommentiert haben.

Aus dem EZ 66 (Siehe Planung und Vorbereitung) gibt uns Dennis noch einige Routentipps. Er rät uns dringend davon ab, die „dirt road“ nach Glenrio zu fahren, da es drei Tage geregnet hat und die Strasse deshalb schmierig und nicht passierbar sei. Er erkundigt sich nach der weiteren Station, die wir anlaufen. Als wir das „Blue Swallow“ erwähnen, meint er, dass es schwierig werden könne. Dieses Motel sei fast immer ausgebucht. Er macht für uns eine telefonische Reservation. Wir werden im Zimmer Nr. 15 logieren. Danke Dennis.

Nach dem längeren und interessanten Gespräch mit Dennis verlassen wir den Midpoint, um im heftigen Regen auf der Service Road/Route 66 und stossen auf verlassene Ruinen und zwei „dead ends“.

Glenrio

Die alte Route 66 führt vierspurig durch den Grenzort „Glenrio, New Mexico and Texas“, überall als „Geisterstadt“ vermerkt. An der Staatsgrenze steht das Signal „Pavement Ends“. Die Route 66 wird zur Schotterstrasse. Bis 1952 wurde die ursprüngliche Strassse zwischen Glenrio TX und San Jon NM asphaltiert. Damals entfernten die Behörden die Pflasterung wegen der hohen Instandhaltungskosten. Das „Road Sign“ gilt als „superseeded, but some signs still in use“. Es markiert den Übergang von asphaltierter Strasse zu einer Sandpiste. (→ Bildtafel der Verkehrszeichen in den Vereinigten Staaten, deutsch). Allerorts wird dringendst abgelehnt, diese Sandpiste bei Regen oder Nässe zu befahren. Wie man auf dem Foto sieht, müsste man sich bei einer Panne durch unbekanntes Land zur Autobahn durchschlagen.

Manchmal ist es beinahe etwas deprimierend zu sehen, wie sich mit der Umfahrung durch den Highway, ehemals lebhafte Orte an der Route 66 völlig verändert haben. New Mexico kannte früher höhere Benzinsteuern, weshalb es nicht erstaunlich ist, dass eine ganze Anzahl Tankstellen auf der texanischen Seite ihre Dienste angeboten hatten. Das Motel prahlte damit, das erste, bzw. das letzte in Texas zu sein (Bild 4).Ein geschlossenes Café (Bild 5) und das Postbüro (Bild 6) sind Zeugen früherer Aktivitäten. Dieser Ortskern scheint gemäss Register geschützt zu sein. Herumstreunende Hundehorden und ein Autofriedhof erwecken den Eindruck, dass verschiedene Häuser teilweise wieder bewohnt sind. Gezwungenermassen kehren wir um, um beim Exit #0 (Nummer Null) auf dem Highway, der Interstate I-40, unseren weiteren Weg zu suchen.

Die Bilder auf dieser Seite lassen sich zur Zeit nicht in voller Grösse ansehen. Bearbeitung erfolgt in den nächsten Tagen.