Oklahoma City

Mittwoch, 9. Mai 2012 – 15. Reisetag

Wir haben einen „Ruhetag“ eingeplant und bleiben etwas länger im Bett. Danach geniessen wir in aller Ruhe das Frühstück, In einer Stadt in Amerika kann man den Tag aber kaum ohne Autofahren verbringen. Die Distanzen sind zu gross und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln herumzureisen, ist gar nicht so einfach. Als wir wegfahren ist schon wieder ein Baseball-Spiel im Gange und das Stadion mit Schülern recht ansprechend gefüllt. Wir aber wollen verschiedene interessante Orte in Oklahoma-City besuchen.

Oklahoma City Bombing

Der Bombenanschlag auf das achtstöckige Alfred P. Murrah Federal Building war einer der schwersten Terroranschläge in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Im achtstöckigen Gebäude hatten mehrerer Behörden der Bundesregierung ihren Sitz. Im ersten Stock befand sich ein Kindergarten. Am Morgen des 19. April 1995, um 9.02 h, parkierten Timothy McVeigh und Terry Nichols einen gemieteten Lastwagen vor dem Gebäude. Sie brachten einen 2,4 Tonnen schweren Sprengsatz zu einer massiven Explosion. Diese riss die ganze Nordseite des Gebäudes ein und tötete 168 Personen, darunter 19 Kinder. Einen Monat später wurde das Gebäude gesprengt. Das Gebiet wurde zu einer Gedenkstätte, um die Opfer, die Überlebenden und Retter zu ehren und um den Einfluss von Gewalt zu lehren. Auf dem Grund des Gebäudes entstand eine Gedenkstätte mit zwei Mauern, die zwei Uhrzeiten „9:01“ und „9:03“ anzeigen, die das Leben in Oklahoma-City veränderten. Daneben stehen 168 Stühle, je einen für jedes Todesopfer. Ein Museum mit eindrücklichen Exponaten zeigt die ganze Entwicklung nach dem Attentat. Zwei ältere Damen, die als “Volunteers“, als Freiwillige, das Museum betreuen, waren beeindruckt, dass wir aus der Schweiz dieses Mahnmal ansehen. Sie hätten uns wohl noch viele Geschichten erzählen können.

“Beltline” Option

Es gibt zwei Routen durch die Stadt. „Alt 66“ führte 1931 bis 1947 den Verkehr durch den Nordwesten der Stadt, von der Kelley Street abzweigend über die Britton Road und die Western Avenue. ”Western Trail Trading Post“ soll voll von alten Sammlerstücken sein. “Classic Bar and Grill“ hat eine neue Lichtreklame erhalten. Die Wandbemalung mit dem Portrait von James Dean ist aber dem Untergang hingegeben. Von der 50th bis zur 36th Strasse ist die Western Avenue eine ca. 5 km lange (!) interessante ”Shopping Mile“. Die 1939 gebaute dreieckige ”Milk Bottle Grocery“ ist ein Beispiel, wie mit grotesken Proportionen die Aufmerksamkeit auf ein Unternehmen oder ein Produkt gelenkt werden sollte. Ebenfalls nicht übersehen kann man den “Gold Dome“. 1958 war es weltweit der fünfte geodesic Dom und der erste, der als Bank gebaut wurde. 2001, als die Bank das Gebäude abbrechen wollte, begann eine lange Geschichte.

Route 66 News zitiert am 26. April 2016 eine Pressemitteilung, wonach eine Gemüsehandelskette das Gebäude übernehmen will und mit einer Renovation die geschichtliche Integrität wahren werde. Das Geschäft werde von der ”Urban Design Commission“ geprüft.

“Capitol” Option

Die zweite Route führt auf der Kelley Avenue geradeaus weiter. Hier sind allerdings die meisten Spuren der Route 66 verschwunden. Dafür zeigt sie uns den Weg zum „Oklahoma State Capitol“, das dem Publikum offen ist und besichtigt werden kann. Dieses Areal ist das einzige Capitol-Gelände in den Vereinigten Staaten mit aktiver Erdölbohrung.

„The End of the Trail“

Beim „National Cowboy and Heritage Museum“, war unser dritter Stopp. Angezogen hat uns  die  Skulptur „The End of the Trail“, ein Cowboy auf einen Pferd. Es ist eine der bekanntesten Skulpturen eines amerikanischen Indianers zu Pferd. Abgesehen vom guten Essen bietet das moderne Museum eine Fülle von interessanten Exponaten.

Bricktown

Wir fahren zurück ins Bricktown, einem Stadtteil aus Industriebauten und Lagerhäusern, der zu einem Unterhaltungsviertel umgebaut wurde. Die Rundfahrten auf dem kurzen Bricktown Kanal kann man eigentlich vergessen. Beeindruckend ist aber die noch nicht vollendete Skulptur „Land Run“ am Ufer des Kanals. Die Fertigstellung wurde für 2015 angegeben. Es zeigt sich aber bereits eindrücklich, wie die Indianer mit Pferd und Wagen nach Oklahoma City jagten, als das Land freigegeben wurde.

Es gefällt uns in diesem Quartier. Man fühlt sich sicher. Sogar die Polizei lässt die Scheibe offen! Nach einem Spaziergang beschliessen wir den Abend in der „Bricktown Brewery“ mit einer Serie von verschiedenen Bieren, wie „Old King Kolsch, Wiley One-Eyed Wheat, 46 Star Oklahoma Amber Ale, Remington Red, Bricktown Brown“ und einem saisonalen Bier. So geht unser Ruhetag und Tag des Bieres einem schönen Ende entgegen.